,Heulen’ erwünscht

Von ANTJE SCHUMACHERReinhardshagen/Veckerhagen. Bse, zhnefletschend, kinderfressend so kennt man den Wolf aus Erzhlung

Von ANTJE SCHUMACHER

Reinhardshagen/Veckerhagen. Bse, zhnefletschend, kinderfressend so kennt man den Wolf aus Erzhlungen. Muss man da nicht auch Angst vorm Reinhardswald-Wolf haben? Wie bedrohlich ist der neue Waldbewohner?Ob das hiesige Tier eine Gefahr darstellt, darber klrte jetzt Hessen Forst in einer Informationsveranstaltung auf. Die ber 450 Besucher in der Wesertalhalle in Reinhardshagen erfuhren viel ber den Wolf, der mittlerweile fast wchentlich im Reinhardswald gesichtet wird.

Angst vor dem Wolf habe ich jetzt nicht mehr, sagte Hannelore Stiebritz (59) aus Veckerhagen nach der Veranstaltung am Freitagabend. Nach dem heutigen Wissenstand fnde ich es schn, wenn er hierbleiben wrde. Er scheint ja keine aktive Gefahr zu sein. Eine frischlingsfhrende Bache ist sicher gefhrlicher als dieser Wolf.

Dass nicht nur diese Besucherin, sondern auch alle anderen sich ber den neuen Waldbewohner im Reinhardswald freuen und ihn als schtzeswert betrachten, dafr hatten die Veranstalter auch zwei Wolf-Experten eingeladen. Der Mnchener Tierarzt Dr. Peter Blanch von der Gesellschaft zum Schutz der Wlfe referierte als intimer Kenner von Wlfen unter anderem ber Anatomie und Verhaltenweisen und das Heulen von Wlfen.

Auch hier kam die Frage auf, ob der Wolf, wie wir es aus dem Rotkppchen-Mrchen kennen, fr den Menschen gefhrlich ist: Der Mensch gehrt nicht zu dem Beutespektrum der Wlfe, so Blanch. Ursachen fr bergriffe seien Tollwut, die es ja seit zwei Jahren in Deutschland nicht mehr gbe, Provokation oder Gewhnung. Ein Mensch sei in Canada nur zu Schaden gekommen, da er den Wolf angefttert habe.

Hund oder Wolf?

Als weitere vertraute Kennerin von Wlfen referierte Gesa Kluth. Die Biologin vom wildbiologischen Bro LUPUS und Wolfsbeauftragte des Landes Sachsen betreut mehrere Wolfsrudel in der Lausitz. Sie berichtete aus ihrem reichen Erfahrungsschatz. Auerdem zeigte sie anhand von Fotos den Unterschied zwischen einem Hund und einem Wolf. Ob es nicht ein Hund oder Fantastische Geschichten aus dem Wald waren, dass fragte man sich beim Forst im Sommer 2006 auch, als ein Jagdgast von Hessen-Forst berichtete einen Wolf im Reinhardswald gesehen zu haben. Gewissheit gab das entscheidende Foto von dem Jger Jochen Drbecker. Ihm gelang das Foto seines Lebens, so Dr. Norbert Teuwsen. Mittelweile ist der Wolf Realitt. Jede Sichtung, allein 16 in diesem Jahr, wurde genau vermerkt. Und noch etwas ist nun klar: der Wolf ist mnnlich, ein Rde.

Auch das Land begrt die Rckkehr des Wolfes. Und sowerden vom Wolf gerissene Nutztiere erstattet und Schfer mit Sicherheitsvorkehrungen wie Zunen und mehr untersttzt. Fr uns ist klar, der Wolf strt uns nicht. Wir begren seine Rckkehr und sehen keine jagdliche Konkurrenz in ihm. Wir hoffen auf sein bleiben, so Dr. Norbert Teuwsen, Leiter des Forstamtes in Reinhardshagen. Und wir hoffen, dass der Wolf nicht im wahrsten Sinne des Wortes plattgewalzt wird, so Teuwsen weiter. Ihn zu schtzen, dazu rief er die Waldbesucher und Autofahrer auf. Wichtig sei es auch Hunde anzuleinen. Viele Besucher am Freitagabend wnschten sich, dass der einsame Wolf sich nach 150 Jahren Abwesenheit nicht nur endgltig im Reinhardswald ansiedelt, sondern das auch weibliche Verstrkung folgt, er eine Partnerin findet und ein Rudel grndet...

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