Höllenengel wieder auf freiem Fuß

Von ULF SCHAUMLFFEL Kassel. Obwohl drei weitere Verhandlungstage angesetzt waren, wurden die sieben angeklagten Mitglieder der Kasseler Rocker-G

Von ULF SCHAUMLFFEL

Kassel. Obwohl drei weitere Verhandlungstage angesetzt waren, wurden die sieben angeklagten Mitglieder der Kasseler Rocker-Gruppierung Hells Angels bereits am Donnerstag zu Bewhrungsstrafen verurteilt. Weil Gericht und Polzei damit rechneten, dass zahlreiche Hells Angels-Mitglieder aus dem ganzen Bundesgebiet zum Prozessauftakt gegen die sieben Kasseler Clanmitglieder anreisen werden, wurden die Sicherheitsvorkehrungen am Justizgebude verschrft. Polizisten riegelten die Straen rund um das Gerichtsgebude ab. Und der Einlass mit der sogenannten Kutte war verboten. Weiter verstrkten Polizisten die Einlasskontrolle. Die groe Rockerparade zum Prozessauftakt gegen die bis zum Donnerstag in Untersuchungshaft gewesenen Mnner im Alter zwischen 31 und 50 Jahren, blieb aber aus. Weit und breit waren weder schwere Harley Davidson-Motorrder, noch die bekannten Kutten zu sehen. Dennoch waren zahlreiche Mitglieder der Hllenengel als Besucher angereist. Sogar vom Hells Angels Chapter Kiel waren Mitglieder vertreten. Die Rocker verzichteten aber auf ihre Kutte und erschienen in zivil. Neben den hohen Sicherheitsvorkehrungen beim Einlass trennte im Verhandlungsraum eine Panzer-Glasscheibe die Angeklagten von den Zuschauern. Mehrere Polizisten positionierten sich im Gerichtssal. Vorgeworfen wurde den sieben Kasseler Mitgliedern der Hells Angels, dass sie im April 2007 sie einen Mann, der ebenfalls Mitglied der Hells Angels war und aus der Gruppierung ausgeschlossen werden sollte, zu Hause berfallen, beraubt und bedroht hatten. Vor Gericht gestanden sie, dem ehemaligen Vize-Prsidenten des Kasseler Chapters mehrere Gegenstnde wie eine Breitling Uhr im Wert von 3000 Euro, die Schlssel zur 13000 Euro teueren Harley Davidson Fat Boy des Geschdigten,und Gegenstnde, auf denen sich Hells Angels-Symbole befanden, geraubt zu haben. Dem berfall im April 2007 sei offenbar ein Streit innerhalb des Kasseler Hells Angels Chapter vorausgegangen. Die Verteidiger betonten zu Anfang der Verhandlung, dass der ehemalige Vize-Prasident die Tat erfunden habe. Und die Polizei damit gelockt habe, dass er eine weltweit bedeutende und einmalige Aussage machen wolle, um in ein Zeugenschutzprogramm zu kommen.

Die Urteile: Weil der Prsident der Hells Angels in Kassel, mit einem nicht geladenen Revolver den Geschdigten bedrohte, verurteilte ihn das Gericht zu einer Haftstrafe von 22 Monaten auf Bewhrung. Geringer fiel die Strafe fr vier weitere Angeklagte aus: Sollten sie sich in den kommenden drei Jahren etwas zu Schulden kommen lassen, mssen sie fr 20 Monate ins Gefngnis. Wegen Beihilfe zum Raub wurden zwei weitere Angeklagte zu 10 Monaten auf Bewhrung verurteilt.

Nach der Urteilsverkndung kamen die Mnner wieder auf freien Fu.

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