In Hofgeismar: Treffen der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit

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Dr. Monika Hölscher (li.) überreichte Julia Drinnenberg einige Bücher zum Verbleib im  Stadtmuseum Hofgeismar.

Bürgermeister Mannsbarth: "Das aktuelle politische Geschehen zeigt die Wichtigkeit dieser Arbeit".

Hofgeismar. Ziel der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit in Hessen (LAG) ist es, die Wirkung der dort geleisteten Gedenkarbeit zu bündeln und zu verstärken. Dr. Monika Hölscher von der Landeszentrale für politische Bildung lädt zweimal jährlich jeweils in eine der Gedenkstätten ein. Die Treffen dienen dem gegenseitigen Austausch von Anregungen und Ideen, sowie der Diskussion über aktuelle politische und gesellschaftliche Fragen. Die 41. Tagung für die Delegierten hessischer Gedenkstätten richtete jetzt – als Mitglied in der LAG – das Stadtmuseum Hofgeismar aus. Die 38 Delegierten erwartete ein umfangreiches Programm.

Bürgermeister Markus Mannsbarth unterstrich in seiner Begrüßung die aktuelle Bedeutung der Gedenkarbeit und der politischen Aufklärung. An die Tagungsteilnehmer gewandt, sagte er: „Die gegenwärtige gesellschaftliche und politische Entwicklung gibt Anlass zur Sorge. Das unterstreicht, wie wichtig Ihre Arbeit ist. Grund genug, Sie zu loben und zu motivieren, so engagiert weiter zu machen.“ Zuvor hatte Museumsleiter Helmut Burmeister die Teilnehmer in der „ältesten Gedenkstätte in Hessen“ willkommen geheißen. Julia Drinneberg gab einen Überblick über die Gedenkarbeit in der Abteilung Judaica. Sie berichtete von einem stetig wachsenden Interesse. „Die Enkel und Urenkel der Ermordeten wollen mehr über ihre familiären Wurzeln erfahren.“ Im Anschluss führte Museumsleiter Helmut Burmeister durch die Abteilung und präsentierte die vielfältigen Aktivitäten und pädagogischen Projekte, die sich seit einigen Jahren und dank Julia Drinnenberg aus dieser Abteilung heraus entwickelt haben.

Eine neue Erfahrung für einige der Delegierten gab es auch: Die im Jahr 1980 erstmals durch eine kleine Ausstellung hervorgetretene und seit 1986 als Dauerausstellung eröffnete Abteilung Judaica zählt zu den ältesten Gedenkstätten Hessens und ist die erste museale Darstellung jüdischer Lebenswelten im ländlichen Raum. Ausdrücklich wiesen mehrere Teilnehmer darauf hin, dass die Ausstellung im Hofgeismarer Stadtmuseum wegweisend war für den Aufbau eigener Gedenkstätten an anderen Orten Hessens. Danach konnten die Gäste zwischen zwei weiteren Führungen wählen. Gabriele Hafermaas und Arnd Naundorf zeigten die aktuelle Ausstellung des Schülerprojektes „Was Steine erzählen“. Mit Julia Drinnenberg machten die Teilnehmer eine Art Zeitreise bei einem Rundgang auf dem Jüdischen Friedhof. Das Handbuch für Friedhofsbesucher, das die hebräischen Inschriften „zum Sprechen bringt“ wird mit Sicherheit Nachahmer in anderen Orten finden.

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