Hygiene-Plan zum Schulstart: Worauf Lehrer und Schüler achten sollten

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Am Montag beginnt für rund 160.000 Schüler in Hessen wieder die Schule. Unser Archivbild zeigt die Heinrich-Schütz-Schule in Kassel.

Sechs Wochen nach der Schließung der Schulen am 16. März beginnt am Montag für rund 160.000 Schüler in Hessen mit der schrittweisen Wiederaufnahme des Schulbetriebs nun wieder ein Stück Normalität. Ein Hygiene-Plan soll Schüler und Lehrer schützen.

Hessen. Grundlage für die Wiederaufnahme ist unter anderem ein umfassender Hygiene-Plan, der über die Staatlichen Schulämter an alle Schulen in Hessen versendet wurde. Dieser eng mit dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration erarbeitete Plan ergänzt die bereits vor der Corona-Pandemie vorhandenen schuleigenen Hygienepläne.

„Wir wollen unseren Schulleitungen damit wichtige Leitlinien und Hinweise geben, wie der Schulbetrieb beziehungsweise der Schulalltag unter den aktuell sehr anspruchsvollen Rahmenbedingungen funktionieren kann. Außerdem möchten wir damit intensiv anregen, wie man mit gutem Beispiel vorangehen und die Schülerinnen und Schüler für die Einhaltung der Hygienehinweise gewinnen kann“, erklärte Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz heute in Wiesbaden.

Die wichtigsten Maßnahmen

Wichtigste Regel in den Schulen ist wie auch in allen anderen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens das Einhalten eines Abstands von mindestens 1,50 Metern. Das bedeutet, dass die Tische in den Klassenräumen entsprechend weit auseinandergestellt werden müssen und damit deutlich weniger Schülerinnen und Schüler pro Klassenraum zugelassen sind als im Normalbetrieb. Abhängig von der Größe des Klassenraums sind das in der Regel maximal 15 Schülerinnen und Schüler.

Sitzordnungen sollten so gestaltet sein, dass kein Face-to-Face-Kontakt besteht. Partner- und Gruppenarbeit sind somit nicht möglich. Auch der Wechsel von Klassenräumen ist soweit irgend möglich zu vermeiden. Unter Beachtung dieser Regeln ist im Unterricht das Tragen von Masken daher nicht erforderlich, gleichwohl selbstverständlich zugelassen.

Maskenpflicht ab Montag: Wir beantworten die wichtigsten Fragen

Zwischen den einzelnen Unterrichtsstunden können darüber hinaus versetzte Pausenzeiten vermeiden, dass zu viele Schülerinnen und Schüler zeitgleich die Sanitärräume aufsuchen. Aufsichtspflichten müssen im Hinblick auf veränderte Pausensituationen angepasst werden (geöffnete Fenster, körperliche Auseinandersetzungen zwischen Schülerinnen und Schülern, schlecht einsehbare Bereiche auf dem Schulgelände). Abstand halten gilt auch im Lehrerzimmer und in der Teeküche. Ein Pausen-/Kioskverkauf kann nicht angeboten werden.

Das Risiko einer schweren Erkrankung mit COVID-19 steigt mit dem Alter stetig an. Insbesondere Menschen ab 60 Jahren können, bedingt durch das weniger gut reagierende Immunsystem, nach einer Infektion schwerer erkranken. Der Einsatz von Lehrkräften im Präsenzunterricht, die 60 Jahre und älter sind, darf nur auf freiwilliger Basis erfolgen. Schülerinnen und Schüler, die bei einer Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus dem Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs ausgesetzt sind, sind vom Schulbetrieb weiter nach ärztlicher Bescheinigung befreit. Gleiches gilt für Schülerinnen und Schüler, die mit Angehörigen einer Risikogruppe in einem Hausstand leben.

Schulleitungen sollen darauf achten, dass nicht alle Schülerinnen und Schüler gleichzeitig über die Gänge zu den Klassenzimmern und in die Schulhöfe gelangen. Für räumliche Trennungen kann dies z. B. durch Abstandsmarkierungen auf dem Boden oder den Wänden erfolgen. Sofern sich im unmittelbaren Umkreis der Schule Warteplätze für den Schülerverkehr oder den öffentlichen Personennahverkehr befinden, muss nach Schulschluss durch geeignete Aufsichtsmaßnahmen dafür gesorgt werden, dass Abstands- und Hygieneregeln auch dort eingehalten werden.

Bereiche des Hygiene-Plans

Persönliche Hygiene

Raumhygiene in Klassenräumen, Fachräumen, Lehrerzimmer, Flure, Aufenthaltsräume etc.

Hygiene im Sanitärbereich

Infektionsschutz in den Pausen

Infektionsschutz beim Sport- und Musikunterricht

Personen mit einem höheren Risiko für einen schweren COVID-19 Krankheitsverlauf

Wegeführung

Konferenzen und Versammlungen

Meldepflicht

Hinweise zum Umgang mit den Behelfs-/Alltagsmasken

Folgende Hinweise des Bundesamtes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sind zu beachten (Stand 31.3.2020), teilt das Kultusministerium mit.

- Auch mit Maske sollte der von der WHO empfohlene Sicherheitsabstand von mindestens 1,50 Meter zu anderen Menschen eingehalten werden.

- Die Hände sollten vor Anlegen der Maske gründlich mit Seife gewaschen oder desinfiziert werden.

- Beim Anziehen einer Maske ist darauf zu achten, dass die Innenseite nicht kontaminiert wird. Die Maske muss richtig über Mund, Nase und Wangen platziert sein und an den Rändern möglichst eng anliegen, um das Eindringen von Luft an den Seiten zu minimieren.

- Bei der ersten Verwendung sollte getestet werden, ob die Maske genügend Luft durchlässt, um das normale Atmen möglichst wenig zu behindern. • Eine durchfeuchtete Maske sollte umgehend abgenommen und ggf. ausgetauscht werden.

- Die Außenseite, aber auch die Innenseite der gebrauchten Maske ist potentiell erregerhaltig. Um eine Kontaminierung der Hände zu verhindern, sollten diese möglichst nicht berührt werden.

- Nach Absetzen der Maske sollten die Hände unter Einhaltung der allgemeinen Hygieneregeln gründlich gewaschen oder desinfiziert werden (mindestens 20 bis 30 Sekunden mit Seife).

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