Infozentrum der Frauenhäuser protestiert

Von JOCHEN SCHNEIDER Kassel. Als ob die schreckliche Tat von Trendelburg Anfang September nicht schon grausam genug wre. Jetzt weist die Z

Von JOCHEN SCHNEIDER

Kassel. Als ob die schreckliche Tat von Trendelburg Anfang September nicht schon grausam genug wre. Jetzt weist die Zentrale Informationsstelle Autonomer Frauenhuser mit Sitz in Kassel (ZIF) darauf hin, warum der 54-jhrige Vater berhaupt die Mglichkeit gehabt habe, seine vierjhrige Tochter umzubringen und seinen einjhrigen Sohn um ein Haar, bevor er sich selbst das Leben nahm: Das Familiengericht Melsungen hatte ihm das Besuchsrecht zugesprochen. Per Gerichtsverfahren hatte er es bekommen. Wir wissen, dass es ein Eilverfahren war, sagt Eva Hack vom ZIF dazu.

Ins Frauenhaus geflchtet

Hack erzhlt auch, die Mutter der Kinder hatte sich zuvor vor ihrem gewaltttigen Mann in ein Frauenhaus geflchtet und lebte dort zwei Monate lang. Georg Bauer, Direktor des Amtsgerichts Melsungen, zum Verfahren: Das war eine einvernehmliche Vereinbarung zwischen den Anwlten der Eltern. Die Mutter und das Jugendamt seien dazu gehrt worden. Zum Inhalt dieser Verhandlung drfe Bauer nichts sagen. Ein Eilverfahren sei es jedenfalls nicht gewesen.

Kein unvermeidbares Naturereignis

Hack weiter: Die erschreckende hohe Zahl von Frauen- und Kindermorden sind alles andere als ein unvermeidbares Naturereignis. Viele htten verhindert werden knnen, wrde die Bedrohung durch Gerichte und Jugendmter tatschlich ernst genommen und der Schutz von Frauen und Kindern sichergestellt. Nachweislich sei whrend der Trennungszeit das Risiko fr Frauen und Kinder am hchsten, vom Ex-Partner angegriffen, geschlagen und gar gettet zu werden. Hack erlebe es immer wieder, dass nachweislich gewaltttige Mnner das Umgangsrecht zugesprochen bekommen, selbst gegen den Willen der Kinder. Hack: Von Gerichten, GutachterInnen, Verfahrensbeistnden und Jugendmtern wird die Bedrohung und Gefahr, die von gewaltbereiten Ex-Mnnern ausgehen kann, vllig unterschtzt oder nicht ernst genommen. Oder den Mttern wird einfach nicht geglaubt.

Eine von mehreren Forderungen der ZIF: Um eine weitere Gefhrdung des Kindes und der Mutter zu verhindern, msse gewaltttigen Vtern das Umgangsrecht sofort entzogen werden. Die ZIF erinnert an vorangegengene Grueltaten. Ende Februar erst erschlug in Kassel-Wilhelmshhe ein 42-jhriger Mann seine drei und fnf Jahre alten Shne und ttete sich im Anschluss selbst. Auch hier war der Grund, die Trennung der Ehefrau!

Hack: Es werden immer mehr

Vielen in Nordhessen ist auch noch das Familiendrama in Twistetal prsent. Am 5. April 2009 schlug dort ein Vater beim Besuchskontakt seine drei Kinder mit einem Hammer nieder und verletzte sie lebensgefhrlich. Als Motiv gab der Tter an, seine Frau htte sich von ihm getrennt und er frchte, das Sorgerecht fr die gemeinsamen Kinder zu verlieren. Hack: Fast tglich lassen sich derartige Meldungen in der Presse finden. Und es werden immer mehr.

Am Freitag, 10. September, wird die ZIF um 12.30 Uhr auf dem Opernplatz in Kassel in einer Protestkundgebung auf Gefahren hinweisen, die von gewaltttigen Mnnern auch auf deren Kinder ausgehen.

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