25 Jahre Ausländerbeirat im Landkreis Kassel

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Landrat Uwe Schmidt (2.v.l.) und der Vorsitzender des Landesausländerbeirates Enis Gülegen (links) zeichneten Nicola Capozzolo (2.v.l.), Inga Dietrich (3.v.r.), Cemal Dede Bozdogan (2.v.r.) und Fatmir Alili (rechts) für ihre langjährige Tätigkeit im Ausländerbeirat im Landkreises Kassel aus.

Jubiläumsfeier mit 120 Gästen wird zum Plädoyer für Vielfalt und Teilhabe.

Landkreis. Viel bunte Folklore, aber auch ernste Worte prägten das Jubiläum zum 25-jährigen Bestehen des Ausländerbeirates im Landkreis Kassel. Rund 120 Gäste hatte das Gremium in das Hermann-Schafft-Haus eingeladen. Darunter zahlreiche ehemalige Mitglieder des Ausländerbeirats, aber auch Landtagsabgeordnete, Bürgermeister sowie Mitglieder des Kreistages und des Kreisausschusses. Der Bundestagsabgeordnete Timon Gremmels meldete sich, gemeinsam mit Bundesministerin Katarina Barley, in einer Videobotschaft aus Berlin zu Wort. Unter den Ehrengästen auch Enis Gülegen, der Vorsitzende des Landesausländerbeirates, sowie Mitglieder aus den Ausländerbeiräten in Baunatal, Vellmar, Lohfelden und Kassel.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Cemal Dede Bozdogan, den amtierenden Vorsitzenden des Ausländerbeirats im Landkreis Kassel, trat Dr. Udo Schlitzberger zu seiner Festansprache ans Rednerpult. Der ehemalige Landrat, in dessen Amtszeit der Ausländerbeirat im Landkreis 1994 ins Leben gerufen wurde, warf dabei noch einmal einen Blick in die Gründungszeit. Schlitzberger hob hervor, dass der Landkreis nicht durch ein Gesetz verpflichtet werde, einen Ausländerbeirat einzurichten. Vielmehr sei dies eine politische Entscheidung gewesen, angesichts der wachsenden Zahl von Zuwanderern nach dem Zerfall der Sowjetunion. Damals nicht unumstritten, habe sich letztlich jedoch eine breite Mehrheit im Kreistag für die Gründung ausgesprochen. „Damit ist der Landkreis bis heute Vorreiter in Nordhessen“, betonte der ehemalige Landrat. Schon während seiner Amtszeit sei es für ihn und die Verwaltung oft darum gegangen humanitäre Fragen möglichst unbürokratisch zu lösen, so Schlitzberger. Der Ausländerbeirat habe dabei vermittelt und immer wieder gegen Vorurteile gekämpft. Angesichts der aktuellen Situation gebe es aus seiner Sicht viele gute Gründe weiterzumachen. Denn:

Landrat Uwe Schmidt lobte in seinem Grußwort den Ausländerbeirat als „wichtigen Brückenbauer, in einer Zeit, in der manche lieber Mauer bauen wollen“. Dabei verwies er auf die zahlreichen Gespräche und Aktivitäten des Ausländerbeirats im Landkreis, die zum gegenseitigen Verständnis beitrügen. Die Geschichte Nordhessens, sei eben auch von Zuwanderung geprägt. Die Neubürger hätten sich dabei immer wieder Vorbehalten und Ablehnung gegenübergesehen. Diese zu überwinden brauche Zeit. Doch es lohne sich, denn die Zugewanderten hätten den Landkreis wirtschaftlich und kulturell immer wieder bereichert. „Die zentralen Handlungsfelder für die Integration in unserer Gesellschaft sind aus meiner Sicht Bildung, Wohnen und Erwerbsmöglichkeiten", so der Landrat.

„Migrationspolitik geht nicht ohne Ausländerbeiräte“, betonte Enis Gülegen, der Vorsitzende des Landausländerbeirats in seinem Grußwort an die Gäste. An die Politik gerichtet, forderte er eine „adäquate Ausstattung und Beteiligungsrechte“ für die Ausländerbeiräte, denn diese hätten vielerorts schwierige Arbeitsbedingungen. Gleichzeitig warnte er vor dem Aufkommen des Rechtsradikalismus. Dieser werde sich nicht von allein erledigen. vielmehr bedürfe es gemeinsamer Anstrengungen, um den Rechtsstaat zu beschützen. Die Ausländerbeiräte seien dabei „tragende Säulen“ im Kampf gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit. Ziel sei das Wahlrecht für alle. „Denn Wahlrecht“, so Gülegen, „ist Menschenrecht.“

Zum Abschluss des Jubiläums wurden langjährige Mitglieder des Ausländerbeirats geehrt. Nicola Capozzolo und Inga Dietrich erhielten den Ehrenbrief des Landes Hessen, Cemal Dede Bosdogan eine Ehrenurkunde des Landkreises Kassel und Fatmir Alili eine Ehrenurkunde des Landesausländerbeirates. Kulturell eingerahmt wurde die Veranstaltung durch italienische Schlager, gesungen von Pietro Mallia, albanische Folklore, vorgetragen durch Kinder aus dem islamisch-albanischen Kulturzentrum in Kassel, die türkische Volkstanzgruppe „Filiz“ und die KSV Flamencogruppe „Carmen“ aus Baunatal.

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