Katzenschutzverordnung in Liebenau

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Mit einem Scheck über 5.000 Euro honorierte das Bündnis „Pro Katze“ den Einsatz der Stadt Liebenau gegen die unkontrollierte Vermehrung von Katzen: Manuela Stau („Vier Pfoten“, Koordinatorin Streunerkatzen-Projekt), Dr. Christeta Brause (Tierärztin, Tasso e. V.), Kristine Conrad (bmt) und Bürgermeister Harald Munser (v. li.).

In Liebenau wurde als erste Stadt im Landkreis Kassel eine Katzenschutzverordnung erlassen. Sie soll verhindern, dass die unkontrollierte Vermehrung von Katzen eingedämmt wird.

Liebenau. Verwilderte Hauskatzen mit ihren Nachkommen stellen deutschlandweit ein großes Tierschutzproblem dar. Die Katzen kommen allein auf sich gestellt ohne menschliche Hilfe nicht zurecht und leiden oft extrem unter Kälte, Hunger, Infektionskrankheiten, Parasitenbefall und Verletzungen. Die unkontrollierte Vermehrung der Tiere verschärft das Problem wesentlich und unkastrierte Besitzerkatzen mit Freigang tragen leider oft mit dazu bei.

Im Dezember 2016 hat die Stadt Liebenau als erste und derzeit einzige Stadt im Landkreis Kassel eine „Katzenschutzverordnung“ nach §13b des Tierschutzgesetzes erlassen. Diese verpflichtet Katzenhalter, ihre Freigängertiere kastrieren, kennzeichnen und registrieren zu lassen. Für diese Vorbildfunktion im Landkreis überreichten am Montag, 23. April, Vertreterinnen des Bündnisses „Pro Katze“ einen Scheck über 5.000 Euro an Bürgermeister Harald Munser. Damit soll das Engagement der Stadt für den Katzenschutz gewürdigt und unterstützt werden.

„Der Geldbetrag ist für die Kastration, Kennzeichnung, Registrierung und eine eventuelle medizinische Weiterversorgung von Streunerkatzen in Liebenau vorgesehen“, so Kristine Conrad vom Bund gegen den Missbrauch der Tiere (bmt). „Wir vom Bündnis ‘Pro Katze’ wissen die vorbildlichen Maßnahmen Liebenaus zu schätzen“, ergänzt Manuela Stau, die bei „Vier Pfoten“ deutschlandweit das Streunerkatzen-Projekt koordiniert.

Zu viele Streunerkatzen im ländlichen Raum

Die Vorreiterrolle seiner Stadt sieht Bürgermeister Harald Munser gelassen, vorrangiges Ziel der Katzenschutzverordnung sei es, in der eigenen Gemeinde Abhilfe zu schaffen. „Gerade im ländlichen Raum leben noch immer zig verwilderte Hauskatzen – bei uns, wie auch in den anderen umliegenden Kommunen“. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung sind sie auf die Hilfe von Menschen angewiesen, da sie ansonsten langfristig aufgrund fehlender Nahrung und Krankheiten vor sich hin vegetieren oder sterben. Die unkontrollierte Vermehrung dieser Katzen auch durch die Paarung mit freilaufenden unkastrierten Hauskatzen verschärft das Elend. Dessen Folgen die Kommunen durchaus auch Geld kosten – nicht nur finanziell, sondern auch durch die Bindung von Ressourcen und den Einsatz von Mitarbeitern. Harald Munser: „Magistrat und Verwaltung sind der Meinung, dass unsere Verordnung ein probates Mittel ist, um das Thema langsam in den Griff zu bekommen.“

Davon sind auch die drei Vertreterinnen vom Bündnis „Pro Katze“ überzeugt. Sie hoffen auf viele Nachahmer unter den Städten und Gemeinden im Landkreis Kassel. „Mit ihrer Katzenschutzverordnung trägt Liebenau langfristig zur Verhinderung der unkontrollierten Vermehrung von verwilderten Hauskatzen bei“, unterstreicht Dr. Christeta Brause, Tierärztin und Tierschutzreferentin bei Tasso e. V.

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