Kfz-Innung Kassel fordert Nachrüstverordnung für ältere Dieselfahrzeuge

Reaktion auf die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts, wonach Kommunen zur Reduzierung der Stickoxidbelastung Fahrverbote für Dieselfahrzeuge verhängen können.

Hofgeismar. Dringender denn je brauchen wir jetzt eine Nachrüstverordnung für ältere Dieselfahrzeuge.“ Mit diesen Worten reagierte Georg Wolf, Obermeister der Kfz-Innung Kassel und stellvertretender Kreishandwerksmeister auf die heutige Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig. Demnach dürfen Kommunen zur Reduzierung der Stickoxidbelastung auch Fahrverbote für Dieselfahrzeuge verhängen. Kein Zweifel: Das Handwerk mit seiner großen Diesel-Flotte muss sich auf eine Phase großer Unsicherheit einstellen – und ob die Diskussion ein gutes Ende nimmt, ist längst nicht ausgemacht, so Wolf.

Nachrüstung am effektivsten

Das Kfz-Gewerbe sei nach wie vor der Überzeugung, dass sich die innerstädtische Luftreinhaltung am wirksamsten durch die Nachrüstung von Dieselfahrzeugen mit stickoxidreduzierender Abgasreinigungstechnik erreichen lasse. Dass dies technisch möglich sei und den Stickoxidausstoß drastisch reduziere, hätten Tests des ADAC in Baden-Württemberg soeben erneut eindrucksvoll bewiesen. Würden sich die Fahrzeughersteller dem nicht massiv widersetzen, hätten schon längst Lösungen erzielt werden können. Stattdessen drohten den Haltern von Dieselfahrzeugen und dem Automobilhandel mit seinen mehreren hunderttausend unverkäuflichen Diesel-Gebrauchtwagen enteignungsgleiche Eingriffe. Millionen Dieselbesitzer müssten nun die Zeche für die Verweigerungshaltung der Hersteller bezahlen. Umso wichtiger sei es, so der Obermeister der Kfz-Innung Kassel, dass jetzt so schnell wie möglich auf Bundesebene eine Verordnung mit Nachrüstungskriterien auf den Weg gebracht werde.

Öffentliche Förderung

Die Nachrüstung durch private wie gewerbliche Halter müsse – nach dem Vorbild der Rußpartikelfilter – öffentlich gefördert werden. Die Automobilhersteller sehe man in der zumindest moralischen Pflicht, gleichfalls Mittel für die Nachrüstung ihrer Produkte beizusteuern. Zudem müssten die Autofahrer Gewissheit haben, dass die nachgerüsteten Dieselfahrzeuge jetzt und in Zukunft von etwaigen Verkehrsbeschränkungen auf kommunaler wie nationaler Ebene verschont blieben. Gerade das Handwerk in Kassel und der Region brauche Planungssicherheit, um die Versorgung der Bevölkerung auch in Zukunft sicher stellen zu können. Mit Hilfe dieser Anreize ließen sich schnell und flächendeckend Erfolge bei der Stickoxidreduzierung in den Städten erzielen. „Die Autohäuser und Werkstätten unserer Region stehen bereit, um die zügige Umsetzung der Nachrüstung zu gewährleisten“, so Georg Wolf.

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