Leserbrief: Wie Kassel mit seinen Stadtbauräten umgeht

Bau-Innung Kassel - Stadtbaurat Christof Nolda
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Bau-Innung Kassel - Stadtbaurat Christof Nolda

Joachim Schleißing, Ortsvorsteher der Unterneustadt Kassel aüßert sich auf Grund der aktuellen Diskussion um Stadtbaurat Christof Nolda.

Die Entwicklung unserer Stadt hat in ihrer Geschichte einschneidende Brüche erfahren, Schritte der Stadterweiterung und der städtebaulichen Modernisierung. Seit der stadtgesellschaftlich heftig umstrittenen Frage nach dem Krieg, wie man im Einzelnen und im Ganzen die Stadt nach ihrer Zerstörung im Jahr 1943 wieder aufbauen soll, hat sich eine für uns alle höchst unrühmliche Tradition im Umgang mit unseren Stadtbauräten herausgebildet.

Gleich welcher Partei sie angehören oder angehörten, kaum im Amt, stehen sie unter dem Generalverdacht, nicht zuerst den Interessen der Stadtgesellschaft zu dienen. Warum findet eine sachbezogene Auseinandersetzung zu den Kernfragen der heutigen Stadtentwicklung kaum noch statt, eine verträgliche Innenentwicklung Kassels, eine zukunftsfähige Verkehrspolitik, oder die Luftreinheit für uns und unsere Kinder?

Warum finden wir im politischen Diskurs, oder in den Medien viel Meinung, aber wenig angemessene Aussagen und Positionen der politischen Akteure?

Wie kommt es, dass selbst dort, wo politischer Sachverstand vermutet werden kann, auch von namhaften Stadtpolitikern oft  an zukunftsfähigen Chancen plump oder gallig vorbeischwadroniert wird?

Wasser auf die Mühlen der populistischen Alleskönner, die mit dem Finger auf Andere zeigen und überall Schuld und Schuldige finden, wo doch Argumente und Zuhören auf der Suche nach dem gemeinsamen Weg für unsere Stadt dringend geboten sind?

Begriffe wie Katastrophe, Blindheit, oder Arroganz helfen nicht einmal denen, die sie in der irreführenden Hoffnung benutzen, daraus politisches Kapital zu schlagen. Diese Politiker und Journalisten schaden nicht zuletzt sich selbst. Hier gehen Stadtpolitik und die örtliche Presse fahrlässig und verantwortungslos mit den städtebaulichen Herausforderungen zur Modernisierung und zur Zukunftssicherung unserer Stadt um.

Jagt wieder einmal der Populismus den städtebaulichen Sachverstand in Person des Stadtbaurats Christof Nolda aus der Stadt? Die Liste der Männer und Frauen ist lang, die Kassel als Stadtbauräte vorangebracht haben und die gehen mussten, weil der öffentliche Diskurs wenig inhaltliche Verantwortung kennt und kaum Beißhemmung zeigt. Viele Stadtbauräte haben später in anderen Städten unseres Landes deutliche Beiträge zu deren Entwicklung geleistet. Für Kassel aber waren sie nicht gut genug, weil kleinmütige Stadtpolitiker und in Teilen populistische Presseberichte von billigen Erfolgen träumen und sich so der Verantwortung entziehen, komplexe Zusammenhänge verständlich und sachlich gemeinsam zu behandeln.

Darum gilt nicht länger unser geschmäcklerisches Heraushalten aus öffentlichen Angelegenheiten. Nein, jetzt ist Einmischen angesagt! Wir, die Bürgerinnen und Bürger sind verantwortlich für unser Gemeinwesen.

Darum mischt Euch ein! Überlasst die Entwicklung unserer Stadt nicht denen, die laut sind! Stehtauf für eine sachbezogene, lösungsorientierte, zukunftsfähige und demokratischeAuseinandersetzung in der Sache!

Gez. Joachim Schleißing, Ortsvorsteher Kassel Unterneustadt

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