Madita Krauß aus Spangenberg lebt für ein Jahr in Balan/Rumänien

Madita Krauß lebt zur Zeit in Balan. Rund 6000 Einwohner bevölkern ein enges Tal, flankiert von hohen Bergen.
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Madita Krauß lebt zur Zeit in Balan. Rund 6000 Einwohner bevölkern ein enges Tal, flankiert von hohen Bergen.
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Madita Krauß lebt zur Zeit in Balan. Rund 6000 Einwohner bevölkern ein enges Tal, flankiert von hohen Bergen.

19-Jährige macht dort ein Freiwilliges Soziales Jahr im Kindergarten und in der Schule.

Spangenberg. Das Abitur ist geschafft, der Weg von der Schule ins Leben muss geplant werden. Auch Madita Krauß aus Spangenberg hatte sich im vergangenen Sommer diese Frage gestellt und sich erst mal gegen Studium, Ausbildung oder Urlaub entschieden: Sie bewarb sich bei Volunta für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Ausland. Südafrika und Namibia standen ganz oben auf ihrer Favoritenliste, doch als ihr dann eine Stelle in Rumänien angeboten wurde, griff sie zu. „Zur Freude meiner Mutter, denn dort kommt man schneller hin, als nach Afrika oder Ozeanien“, schmunzelt die 19-Jährige, nicht zuletzt wohl auch angesichts des gerade zurückliegenden weihnachtlichen Familienbesuches. Madita Krauß ist in Balan im Einsatz, einer Kleinstadt in Siebenbürgen.

„Gerade erst habe ich Deutschland verlassen und schon liegen fast vier Monate in Rumänien hinter mir“, staunt die Spangenbergerin. Klar sei ihr am Anfang etwas mulmig gewesen. „Das erste Mal so richtig auf eigenen Füßen stehen und das auch noch in einem anderen Land mit einer mir unbekannten Sprache.“ Dank der überaus herzlichen Aufnahme durch die Menschen in Balan und der Organisation durch Volunta, – deren Betreuer vor Ort hatten u. a. eine kleine Wohnung angemietet, – war ihr Unbehagen allerdings schnell verflogen. „Ich habe mich mittlerweile richtig gut eingelebt und fühle mich sehr wohl hier“, erzählt Madita Krauß. Dazu kämen viele spannende und tolle Erfahrungen – im Alltag und bei der Arbeit. Denn eingesetzt wird die FSJ’lerin gleich in zwei Bereichen. „Ich hospitiere im Kindergarten, um dann Aufgaben der Erzieherinnen zu übernehmen. Außerdem bin ich noch in der Schule im Einsatz.“ Hier assistiert die Nordhessin im Englischunterricht in den Klassen 5 bis 12. Madita Krauß freut sich, dass sie in Kindergarten und Schule auch eigene Projekte einbringen und umsetzen darf, wie beispielsweise einen Laternenlauf mit den Kindergartenkindern.

St. Martin in zwei Varianten

„Da es im Balaner Kindergarten auch eine ungarische Gruppe gibt und das Sankt Martins Fest dort etwas anders gefeiert wird, hat die 19-Jährige die Geschichte des mantelteilenden Martins mit der ungarischen Version eines Martins verbunden, der sich zwischen den Gänsen versteckt, weil er zu bescheiden war, eine Weihung zum Bischof annehmen zu wollen. „Wir haben mit den Kindern Laternen gebastelt, ein Umzugslied auf Englisch gelernt und am St-Martinstag führten die Kinder zuerst ein Theaterstück über beide Geschichten auf, bevor es mit den Laternen durch die Stadt ging. Im Anschluss gab es zur Aufwärmung warmen Tee und ein traditionell ungarisches Gebäck für alle“.

Der Umgang mit den Kolleginnen und Kollegen ist freundschaftlich, in den Geschäften in der Nachbarschaft kennt man die „junge Deutsche“ mittlerweile und natürlich kommt auch der Kontakt mit rumänischen Gleichaltrigen nicht zu kurz. Letzteres ist wohl die beste Methode, um in den Alltag Balans und damit auch in die rumänische Sprache einzutauchen. Schließlich möchte sich Madita Krauß möglichst schnell mit ihren Gastgebern in deren Heimatsprache unterhalten können.

Rumänisch für den Alltag

So lauscht sie häufig hochkonzentriert auf die Unterhaltungen, um deren Sinn zu verstehen. „Die Grundlagen sind mittlerweile vorhanden“, erzählt sie. „Und habe ich Leerlauf, dann nutze ich die Zeit auch mal zum Vokabellernen. Da es eine romanische Sprache ist, fällt der Einstieg etwas leichter. Aber insgesamt gesehen bin ich noch ziemlich am Anfang“. Das gilt – trotz eines erlebnisreichen ersten Vierteljahres – auch für ihre FSJ-Zeit in Balan. Doch wie geht es danach weiter? Madita Krauß: „Ich werde wohl studieren. Wo und was steht allerdings noch nicht ganz fest.“

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