Marco Seyfarth, Sportlicher Leiter des Lake Run, im Gespräch

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Die ersten Jahre waren es Läufe durch Schlammlöcher mit ein bisschen Krabbeln, Ab 2010 wurden die Hindernisläufe immer mehr aufgerüstet.

Was macht den Reiz einer Serie mit Läufen in Winterberg, Bremen, Möhnesee und Trendelburg aus?

Trendelburg. Der Lake Run feiert seinen ersten runden Geburtstag mit der zehnten Auflage am Möhnesee. Beendet wird die diesjährige Obstacle Course Racing (OCR) - Serie am 13. Oktober mit der Steel Edition in Trendelburg. Das ist ein guter Grund für ein Interview mit dem Sportlichen Leiter und Hindernisbauer Marco Seyfarth. Mit ihm hat der Lake Run einen absoluten Spezialisten gewonnen. Der Bonner ist seit Beginn der OCR-Läufe aktiv und vertrat Deutschland auch schon auf Welt- und Europameisterschaften. Marco Seyfarth ist in diesen Tagen viel am Möhnesee, um den Aufbau der Hindernisse für den 25. August fachmännisch zu begleiten. Im Anschluss daran kümmert er sich intensiv mit dem Parcour in Trendelburg

Wie haben sich die Hindernisläufe von ihren Anfängen bis heute in Deutschland entwickelt?

Marco Seyfarth: „Die ersten Jahre waren es Läufe durch Schlammlöcher mit ein bisschen Krabbeln, Ab 2010 wurden die Hindernisläufe immer mehr aufgerüstet. Es gab mehr Strecken und immer mehr Hindernisse. Die Modelle wurde immer extremer.“ Es hat sich eine Szene von Eliteläufern etabliert. Das Gros der Teilnehmer besteht jedoch aus Spaßläufern.

Wie schwierig ist es, als Hindernisbauer für beide Gruppen ideale Voraussetzungen zu schaffen?

Marco Seyfarth: „Es ist eine Herausforderung, für alle machbare Hindernisse zu schaffen, die sowohl dem Amateur als auch dem Leistungsorientierten gerecht werden. Die Hindernisse müssen zudem für die Masse gleich kompatibel sein. Bei über 2.000 Startern wie am Möhnesee müssen sie stabil und von fester Dauer sein.“

Was macht den Reiz und die Schwierigkeit einer Serie wie dem Lake Run mit Läufen in Winterberg, Bremen, Möhnesee und Trendelburg aus?

Marco Seyfarth: „Zunächst einmal bedeutet eine Serie wie der Lake Run für uns als Hindernisbauer eine logistische Herausforderung. Die vielen Hindernisse, die bei allen Läufen aufgebaut werden, müssen ja an den jeweiligen Ort gebracht werden. Für die Sportler besteht der Reiz einer Serie auch darin, dass man ein Hindernis, das man am Möhnesee vielleicht nicht geschafft hat, dann nach zielgerichtetem Training vielleicht in Trendelburg schafft.“

Wie sieht dieses zielgerichtete Training vor einem OCR-Lauf aus. Hindernisse stehen ja nicht wie in Trendelburg überall zur Verfügung? 

Marco Seyfarth: „Man kann überall trainieren, dafür braucht man keine Hindernisse. Wichtig ist, dass zielgerichtet trainiert wird. Zirkeltraining beispielsweise für die Allgemeinkraft und die Koordination. Laufen ist wichtig für die Kondition. Um Hangelhindernisse gut zu meistern, hilft der Besuch in einer Kletterhalle. Damit wird die Griffkraft für die Hände trainiert. Vor meiner ersten Weltmeisterschaft habe ich auch gedacht, wie kann ich die Hindernisse kopieren, um diese Hürden zu meistern. Das brauchst du aber im Training nicht.“

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