Morast und tiefe Spurrinnen: Kein Durchkommen mehr zum Kuhberg

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Das Quellwasser fließt mittlerweile durch Spurrinnen den Berg hinunter.    

Tägliche Treckerfahrten haben den Waldweg zwischen Balhorn und Elbenberg zerstört.

Balhorn.  „Der Kuhberg zwischen Balhorn und Elbenberg ist ein landschaftliches Kleinod, hier gibt es Quellen, eine naturnahe Wald- und Weidewirtschaft und aufgrund der abgeschiedenen Lage kaum Spaziergänger“, schwärmt Hans-Bernd Schmidt von der NABU Gruppe Bad Emstal. Jetzt ist die Idylle eingetrübt – Ortskundige Wanderer, die von der Landstraße abbiegen, geraten nicht auf den gewohnten Feld- und Waldweg sondern in eine Schlammwüste. Ein Termin vor Ort bestätigt die Berichte: überall Morast, bis zu einem halben Meter tiefe Spurrinnen, Ausweichspuren über die benachbarten Felder, der kleine Quellbach mit Erde zugeschüttet, so dass sich das Wasser andere Wege bergab sucht. Hier ist offensichtlich jemand nicht nur einmal mit schwerem landwirtschaftlichen Gerät unterwegs gewesen.

„Es ist eine riesen Sauerei“, schimpft Walter Berger, den wir ein Stück weiter oben in dem von ihm bewirtschafteten Wald antreffen. Ihm ist es trotz Allradantrieb nicht mehr möglich, über diesen Weg zu seinem Grundstück zu gelangen. Was ihn besonders empört: die vermutlichen Verursacher dieses Schlammchaos haben – nachdem der Weg zu ihrem Grundstück im Schlick versunken war – einfach eine neue Zufahrt quer durch sein Waldgrundstück angelegt. „Bis vor kurzem wurden nebenan noch Rinder gehalten, die mussten wohl täglich mit Wasser und Futter versorgt werden“, so Walter Berger. Er habe bereits im November darauf hingewiesen, dass das aufgrund des vielen Regens und des tief aufgeweichten Bodens nicht lange gut gehen könne. Danach sei sogar noch Schotter den Weg hoch transportiert worden. „Die Zerstörungen sprechen für sich.“

NABU will Gespräch mit allen Beteiligten

Auch dem NABU ist der Zustand des Weges bekannt, hat doch die Ortsgruppe am Kuhberg eine Weide verpachtet, auf der Rinder in Freilandhaltung grasen können. Dem Pächter war es im Dezember nicht möglich, dass Vieh über den Weg abzutransportieren, er musste die Hänger stattdessen bergauf und zum Teil durch Walter Bergers Wald ziehen. „Der Weg ist wirklich arg in Mitleidenschaft gezogen“, so NABU-Sprecher Hans-Bernd Schmidt. Er will jetzt zu einem runden Tisch einladen, an dem sich nicht nur die Anlieger sondern auch die Gemeinde Bad Emstal und die Jagdgenossenschaft beteiligen sollen.

Aus gutem Grund: die Gemeinde ist Eigentümerin des Weges, die Jäger sind per Vertrag für die Instandhaltung verantwortlich. Auch dort ist man über den Zustand des Waldweges informiert, „ein Hochstand steht ja direkt am Weg gegenüber der NABU-Weide“, erklärt Eckhard Bröske von der Jagdgenossenschaft. Er begrüßt den Runden Tisch und bestätigt, dass die Zerstörungen wohl auf die häufigen Schlepperfahrten zurück zu führen sind. „Es ist ja schön, wenn junge Leute Rotes Höhenvieh, das knapp vor dem Aussterben stand, züchtet. Aber das darf natürlich nicht mit solchen Auswirkungen verbunden sein. „Die Verursacher hätten ihm allerdings zugesichert, den Weg wieder in Ordnung zu bringen, sobald Bodenfrost eine Anfahrt möglich macht.

Instandsetzung wird aufwendig

„Da bin ich gespannt“, meint Andreas Bohn vom zuständigen Bauamt der Gemeinde Bad Emstal. „Angesichts dieser Zerstörungen reicht es nicht, mit dem Schlepper drüber zu fahren und alles gerade zu ziehen. Die Bäche müssen in ihr ursprüngliches Bett zurück, wahrscheinlich muss auch was am Unterbau des Weges getan werden.“

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