Müll und Vandalismus im Naturpark Reinhardswald

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Hier wurden aus reiner Lust am Zerstören Begrenzungen abgerissen

Mitarbeiter und Wanderer schütteln den Kopf. Der Aufbau des Naturparks wird „mit Füßen getreten“.

Hofgeismar. Besser hätte man es auch nicht inszenieren können: Naturpark Reinhardswald und HessenForst hatten an den Parkplatz Nonnengrube im Wald bei Hofgeismar eingeladen, um an einem Beispiel anschaulich zu erläutern, mit welchen Vandalismusproblemen man zu kämpfen hat. Da fährt plötzlich ein Kombi auf den Parkplatz, vollgepackt mit Bauschutt in Plastikeimern. Die Insassen sehen die Gruppe, drehen eine Runde und fahren ebenso schnell weg, wie sie gekommen sind. „Jede Wette, die hätten das Zeug hier irgendwo hin gekippt, wenn wir nicht da gewesen wären“, ärgert sich Patrick Berndt, Mitarbeiter des Naturparks Habichtswald. Zusammen mit seinem Kollegen Philipp Friedrich bildet er die sogenannte „Pflegegruppe“, die sich unter anderem um die Instandhaltung der Wanderwege kümmert. Doch immer öfter müssen sie ihre eigentlichen Aufgaben hintenan stellen, das Team ist zunehmend mit der Beseitigung von Vandalismusschäden und mutwilliger Zerstörung beschäftigt.

„Es ist nicht hinzunehmen, dass die Aufbauarbeiten für den Naturpark von einigen Menschen leider im wahrsten Sinne des Wortes mit Füßen getreten werden“, bedauert die Naturpark-Geschäftsführerin Bianka Zydek die Vorkommnisse der letzten Wochen, in denen es vermehrt zu Vandalismus kam. „Gerade wurden hier am Parkplatz Nonnengrube Teile des Geländers abgerissen und die neue Sitzgruppe beschädigt.“ Nicht zum ersten Mal: Holzbänke und -tisch standen kaum eine Woche, da durfte die Pflegegruppe bereits zu Reparaturen ausrücken. Auch andere Bänke und Sitzgruppen an den Wanderwegen müssen aufgrund mutwilliger Zerstörung immer wieder repariert bzw. ausgetauscht werden. „Die reine Lust am Zerstören ist das eine Problem, die alltägliche Gedankenlosigkeit im Umgang mit Gemeinschaftseigentum das andere“, ergänzt Jakob Gruber von HessenForst. Da werden Einmalgrills auf dem Tisch benutzt und so die Platte verbrannt. Leere Plastiktüten, Verpackungen und Flaschen an Ort und Stelle liegen gelassen oder seitlich ins Gebüsch geworfen, anstatt den Mülleimer zu nutzen, der – in diesem Fall – nur 20 Meter entfernt ist. Ein weiteres Problem ist die illegale Müllentsorgung, die „für viele Menschen ja geradezu normal zu sein scheint.“ Bauschutt, Haushaltsabfälle, Möbelreste, Waschmaschinen – was mussten wir nicht schon alles weg schaffen“, ärgern sich die Naturpark-Mitarbeiter. „Gemeinsam zu nutzende Sachen werden nicht mehr so Wert geschätzt wie früher“, bedauert Jakob Gruber. Und so muss die Pflegegruppe auch weiterhin zu Reparatureinsätzen in den Wald, denn über eines ist sich der HessenForst-Experte mit Naturpark-Geschäftsführerin Bianka Zydek einig: „Abbauen kann keine Lösung sein! Und klar gibt es vandalismussichere Bänke und Tische aus Stahl, aber die wollen wir hier im Naturpark nicht installieren.“ Ihre Devise heißt vielmehr: nicht gleich aufgeben, verstärkt reparieren und auf den Gemeinsinn der Bürger setzen. „Hier trägt jeder eine Mitverantwortung. Sei es, sich selbst mal an die Nase zu fassen oder vielleicht auch mal andere auf ihr Verhalten anzusprechen“.

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