10. Nordhessischer Hilfstransport geht in die Ukraine

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Konserven, Mehl, Nudeln und andere haltbare Lebensmittel, intakte, saubere Sommer- und Winterbekleidung für Erwachsene und Kinder, Fahrräder, Werkzeug aller Art, funktionierende Elektrogeräte, Spielsachen, Bettwäsche – es können noch bis zum 4. November Spenden abgegeben werden.

Spenden Sie noch bis zum 4. November für den 10. Nordhessischen Hilfstransport.

Liebenau/Calden.  Die Dorfstraßen gleichen Feldwegen, die Felder sind kümmerlich, die Häuser baufällig. In Schulen oder Kindergärten fehlt oftmals das Geld für Heizmittel, so dass der Unterricht in Pullovern, Jacken und Mützen nichts außergewöhnliches ist. Dazu die allgegenwärtige Kriegsgefahr, die ein paar Kilometer weiter schon längst Realität geworden ist. Auch in diesem November werden Ottmar Rudert (Liebenau) und Günter Rüddenklau (Calden) wieder nach Osteuropa aufbrechen, um dort den Ärmsten der Armen Hilfsgüter aus Nordhessen zu bringen. Ihre nunmehr zehnte Tour führt sie mit vier Lkws in die Region Zhytomyr in der Ukraine. Die beiden Landwirte können sich auf einen eingespielten Helferkreis verlassen. Auch der „Papierkram“ für die Grenzformalitäten bildet mittlerweile eher eine lästige Formalität als ein schier unüberwindbares Hindernis. Nicht zuletzt dank der Unterstützung aus dem Liebenauer Rathaus und der Zusammenarbeit mit Kirchengemeinden vor Ort. Die übernehmen inzwischen vor Ort die Verteilung der Hilfsgüter aus Nordhessen und wissen auch am besten, welche Zollformulare auszufüllen sind.

Auch wenn bei den Vorbereitungen inzwischen ein wenig Routine eingekehrt ist, steigt bei Otmar Rudert und Günter Rüddenklau die Nervosität, zeigen doch die Erlebnisse vergangener Touren, dass immer wieder Unwägbarkeiten auftreten können. „Und jetzt geht es auch noch in die kriegsgeplagte Ukraine“ meint der Caldener Landwirt Günter Rüdenklau. Das Gebiet Zhytomir ist ländlich strukturiert und sehr verarmt, da es hier kaum Arbeitsmöglichkeiten für die Bevölkerung gibt. „Die Bedürftigkeit dort – gerade auf den Dörfern – ist extrem. Dazu kommen Flüchtlinge, die vor den anhaltenden kriegerischen Auseinandersetzungen im Nachbardistrikt fliehen.“

Sachspenden bis zum 4. November

Für den diesjährigen Transport können noch bis zum 4. November Spenden abgegeben werden. Weiterhin besonders dringend gebraucht werden Schuhe – „Schuhe wären eine Delikatesse“, versichert ein ukrainischer Pfarrer, dem man das nicht ganz so passende Wort gerne verzeiht, versteht man doch sehr gut, was er damit ausdrücken will!

Gesucht wird auch intakte, saubere Sommer- und Winterbekleidung für Erwachsene und Kinder, Fahrräder, Werkzeug aller Art, funktionierende Elektrogeräte, Spielsachen, Bettwäsche. Otmar Rudert: „Es wäre prima, wenn Spenden in stabilen Plastiksäcken oder Kartons abgegeben werden könnten. Gelbe Säcke reißen viel zu schnell.“ Da Helfer vor Ort eine Krankenstation planen, sind in diesem Jahr besonders auch Gehwagen, Krankenstühle und -betten sowie WC- und Rollstühle gefragt. Es ist auch möglich, haltbare Lebensmittel zu spenden. „Wir dürfen Konserven, Mehl, Nudeln und andere haltbare Lebensmittel mitnehmen“, freut sich Otmar Rudert. Angedacht ist auch, Lebensmittel vor Ort zu kaufen und sie an die Ärmsten der Armen zu verteilen. Dazu plant die Kirchengemeinde auch, gegebenenfalls Hilfsgüter an Zivilisten im Kriegsgebiet zu bringen.

Die Aktion findet in diesem Winter zum zehnten Mal statt und wird erneut von der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ in Bad Hersfeld unterstützt. Dazu kommen zahlreichen Unternehmen und Geschäftsleuten aus der Region und natürlich die Hilfe von vielen Bürgerinnen und Bürgern.

Wohin mit der Spende?

Sachspenden können noch bis zum 4. November abgegeben werden bei: Günter Rüddenklau, Kasseler Str. 35 b, Calden-Westuffeln;Tel. 0172 / 84 323 51. Ottmar Rudert, Lamerder Str. 37, Liebenau-Ostheim; Tel. 0172 / 56 513 34. Geldspenden: Ev. Kreditgenossenschaft Kassel; Kirchenkreisamt Hofgeismar-Wolfhagen, (IBAN DE13 5206 0410 0002 0001 05), Verwendungszweck:  Moldawienhilfe Ostheim (gegen Spendenquittung).

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