Notdienstversorgung

Landkreis. Die SPD-Landtagsabgeordneten im Landkreis Kassel haben Berichte ber eine von der Kassenrztlichen Vereinigung geplante Umstruktu

Landkreis. Die SPD-Landtagsabgeordneten im Landkreis Kassel haben Berichte ber eine von der Kassenrztlichen Vereinigung geplante Umstrukturierung der Notdienstbezirke im Wolfhager Land zum Anlass genommen, im Landtag eine Anfrage zu stellen. Diese bezieht sich auch auf bereits durchgefhrte Vernderungen an der Weser bzw. auf lnderbergreifende Regelungen Richtung Sdniedersachsen Wir wollen u.a. wissen, ob der Landesregierung die geplante Neuordnung bekannt ist, welche Bereiche zusammengefasst werden sollen und welche Strecken rzte und Patienten zuknftig fr die Notdienstversorgung zurcklegen mssen, so Hofmeyer und Gremmels.

Die Frage, ob die Landesregierung die entstandenen Entfernungen fr zumutbar hlt, sei ebenso wichtig, wie Informationen ber mgliche Verschlechterungen der Versorgungsqualitt, die sich z.B. durch verlngerte Anfahrtszeiten ergeben knnten. Welchen Sinn hat eine Umstrukturierung, die weder von den Patientinnen und Patienten noch vom medizinischen Personal gewollt wird, fragen die SPD-Landtagsabgeordneten. Gerade im lndlichen Raum mit seinen an den Wochenenden sehr ausgednnten Nahverkehrsfahrplnen sei bereits jetzt die Grenze des Zumutbaren erreicht. Wer kein eigenes Fahrzeug besitzt, ist hufig auf freundliche Nachbarn oder ein Taxi angewiesen, um in die Sprechstunde des Notdienstes zu kommen. Eine Verlngerung der Anfahrtswege fhrt deshalb mit groer Wahrscheinlichkeit zu Versorgungsproblemen, sagt Hofmeyer. Ohne angemessene rztliche Versorgung verliert der lndliche Raum insbesondere fr junge Familien und ltere erheblich an Attraktivitt, stellen die SPD-Politiker klar. Deshalb fragen wir die Landesregierung, ob aufsichtrechtliche Manahmen ergriffen werden, um nicht sinnvolle Neuorganisationen rckgngig zu machen und zuknftig zu verhindern.

Vorwurf der Blauugigkeit

Fr den FDP-Landtagsabgeordneten Helmut von Zech (Zierenberg) ist die Reaktion seiner SPD-Landtagskollegen Brigitte Hofmeyer und Timon Gremmels zu der von der kassen-rztlichen Vereinigung geplanten Umstrukturierung der Notdienstbezirke, blauugig und nicht von der Lebenswirklichkeit geprgt.Natrlich ist es aus Patientensicht zu begren, wenn mglichst wohnortnah eine rztliche Notdienstversorgung gewhrleistet ist. Nur darf diese nicht dazu fhren, dass die Belastung der niedergelassenen rzte in der Region unzumutbar wird, so Helmut von Zech.

Fr den FDP-Landtagsabgeordneten, der in der Fraktion auch fr das Thema lndlicher Raum zustndig ist, ist die Befrchtung seiner SPD-Kollegen, dass weite Wege zum Attraktivittsverlust in der Flche fhren, der falsche Ansatz. Fr die FDP fhrt eine berbelastung der wenigen niedergelassenen rzte durch Notdienste dazu, dass immer weniger rzte bereit sind Landarztpraxen zu bernehmen. Eine Entwicklung, die gerade vor der demografischen Herausforderung die Region strukturell benachteiligen wird.

Auch im Schwalm-Eder-Kreis, wo einzelne rzte schon mehr als 30 Notdienste im Jahr bernehmen mssen, wird ber Umstrukturierung nachgedacht, damit ein sich abzeich-nender rztemangel im lndlichen Raum nicht noch verstrkt wird, so Helmut von Zech. Er verweist dabei auf die Erfahrung in anderen Kreisen, in denen zwischenzeitlich die vorhandenen Kliniken zu zentralen Anlaufstellen der Notversorgung geworden sind. So sind z.B. dem Klinikum Ziegenhain 25 rzte angeschlossen, die damit bessere Mglichkeiten haben, ihre Dienste auch zu tauschen und dabei zustzlich noch auf Personal und diagnostische Einrichtungen des Krankenhauses zurckgreifen knnen.

Nach Auffassung der heimischen Liberalen sollte man bei der Regelung des rztlichen Notdienstes nicht die wenigen schon berlasteten rzte noch weiter strapazieren. Einvernehmliche Lsungen zur Sicherung der rztlichen Versorgung im lndlichen Raum mssen zum Wohle aller angestrebt werden. Dabei sind etwas weitere Wege zum Notarzt besser als weie Flecken bei der rztlichen Grundversorgung.

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