St. Ottilien sucht Helden für Marion: 161 Spender ließen sich am Sonntag registrieren

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Helden gesucht: An den Registrierungsstationen hatten die ehrenamtlichen Helfer jede Menge zu tun. Viele Spender kamen gleich mit der ganzen Familie, um sich für Marion registrieren zu lassen.

Marion aus Kaufungen hat Blutkrebs. Eine Stammzellspende ist ihre einzige Überlebenschance. Deshalb hat ihre Nichte Ramona Fiege in ihrem Heimatort St. Ottilien eine Typisierungsaktion organisiert. Unterstützung bekam sie dabei von der DKMS und dem MSC Sango.

Helsa.  Mit einem Wattestäbchen eine Minute lang durch den Mund fahren – und schon wird über die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) getestet, ob jemand als Stammzellenspender in Frage kommt.

Am Sonntag fand so eine Typisierungsaktion im Hugenottenhaus in St. Ottilien statt – und viele Freiwillige ließen sich in die Spenderdatenbank der DKMS aufnehmen.

Marion kämpft ums Überleben - jeder Tag zählt

161 Menschen kamen im Laufe des Tages zu der Typisierungsaktion, um vielleicht Marion aus Kaufungen zu helfen, ihren „genetischen Zwilling“ zu finden. Die 60-Jährige hat Blutkrebs. Eine Stammzellspende ist ihre einzige Überlebenschance, doch bislang ist die weltweite Suche nach einem „genetischen Zwilling“ erfolglos. Vor kurzem hat sich bei der Kaufungerin die Erkrankung kritisch entwickelt, weshalb eine Chemotherapie allein nicht ausreicht, um wieder gesund zu werden. Marion kann nur überleben, wenn es – irgendwo auf der Welt – einen Menschen mit nahezu den gleichen Gewebemerkmalen gibt, der zur Stammzellspende bereit ist. „Deshalb ist es wichtig, dass sich möglichst viele Menschen als potenzielle Stammzellspender registrieren lassen. Denn nur dann können sie als Lebensretter gefunden werden“, weiß ihre Nichte Ramona Fiege. Sie ist Mitglied der Initiativgruppe, die gemeinsam mit dem MSC Sango und der DKMS die Registrierungsaktion in Helsa-St. Ottilien organisiert hat.

Andrea Rüther und Ramona Fiege suchten nach Helden für Marion.

Für Marion kam die Nachricht sehr überraschend, denn eigentlich ging es ihr ganz gut. Die ursprüngliche Diagnose hatte sie bereits vor einem Jahr bekommen und eine Stammzelltransplantation war eigentlich nicht geplant, doch vor kurzem hat sich der Blutkrebs kritisch entwickelt, so dass eine Stammzelltransplantation dringend notwendig ist.

St. Ottilien hält zusammen und hilft

Für Ramona Fiege war es schnell klar, dass sie ihre Tante und ihre Familie auf der Suche nach einem passenden Spender unterstützen wird. Hilfe dabei erfuhr die junge Frau von der DKMS und aus den Reihen ihres Vereins, des MSC Sango. Rund 40 Mitglieder des ortsansässigen Vereins unterstützten Ramona Fiege bei der Vorbereitung und Durchführung der Typisierungsaktion am Sonntag. „Bereits im Vorfeld haben wir gemeinsam die Werbetrommel gerührt“, berichtet MSC-Vereinsmitglied Helmut Lehnhoff, der zum Organisationsteam der Aktion in dem 230-Seelen-Ort St. Ottilien gehört. Über E-Mail-Verteiler der Arbeitgeber, Verteilung von Flyern und weitere Aktionen habe man gemeinsam für die Typisierungsaktion geworben, um möglichst viele Menschen zum Spenden zu ermutigen, berichtet Lehnhoff. Helsa- St. Ottilien halte zusammen, Bürgermeister Tilo Küthe habe die Schirmherrschaft für die Aktion übernommen. Und auch am Aktionstag haben die vielen freiwilligen Helfer kräftig mit angepackt: an den einzelnen Registrierungsplätzen, als Einweiser, am Bratwurststand oder in der Cafeteria. „Wir haben viel Unterstützung erfahren“, so Ramona Fiege.

(v.l.) Janka Vesper, Yvonne Tasler und Alexandra Braunisch standen als freiwillige Helferinnen den Spendern - Hier Mareike Schlaak (r.) und ihrer Mutter Elke Berhardt-Schlaak - bei der Probeentnahme mit Rat und Tat zur Seite.

161 Menschen aus Helsa und benachbarten Gemeinden haben sich im Laufe des Tages registrieren lassen, berichtet Andrea Rüther, die von Seiten der DKMS, die Typisierungsaktion vor Ort begleitet hat. Darüber hinaus seien am Sonntag insgesamt knapp 3.300 Euro als Spenden zusammengekommen. Das Geld werde für die Registrierung benötigt, denn diese koste nach Informationen der DKMS pro neuen Spender 35 Euro.

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