Russell'sche Guts- und Forstverwaltung bekam Besuch aus der Politik

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Tobias Scherf, CDU-Landtagskandidat Alexander Lorch, Hildegard Krüger, Parlamentarischer Staatssekretär OIliver Wittke, Philipp von Russell, Carl Anton Prinz von Waldeck, Frank Wiegand, stellvertretender CDU-Bezirksvorsitzender Thomas Viesehon und Heinrich Gerhardt (v. li.).

Bundestagsabgeordneter Oliver Wittke besuchte die Russell'sche Guts- und Forstverwaltung Hohenborn, um mit ihnen über die Waldflächen in Hessen zu sprechen.

Zierenberg. Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie und Sonderbeauftragter der Bundesregierung für die Umsetzung der internationalen Initiative für mehr Transparenz im rohstoffgewinnenden Sektor, der Bundestagsabgeordnete Oliver Wittke, besuchte jetzt gemeinsam mit Vertretern aus Politik und Verbänden die Russell'sche Guts- und Forstverwaltung Hohenborn in Zierenberg. Empfangen wurde die Delegation durch den Inhaber des Guts Hohenborn Philipp Victor Russell sowie Carl Anton Prinz zu Waldeck und Pyrmont, die sich beide für die Interessen der heimischen Waldbesitzer einsetzen.

Die Waldflächen in Hessen sind zahlreich und groß. Genauso sieht es dort bei den Eigentumsverhältnissen aus. Der größte Anteil von rund 40 Prozent entfällt in Hessen auf das Land. Weitere 35 Prozent befinden sich im Eigentum der hessischen Kommunen und das verbleibende Viertel auf den Privatwald. Die privaten Eigentümer wiederum sind rund 60.000 Einzeleigentümer sowie 370 Waldgemeinschaften.

„Kartellamt benachteiligt kleine Privatwaldbesitzer“

Seit einem Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf im März 2017 legt das Bundeskartellamt ein größeres Augenmerk auf die Holzvermarktung in den einzelnen Bundesländern. Bisher wurden rund 77 Prozent der hessischen Wälder durch HessenForst bewirtschaftet, darunter zahlreiche Privat- und Kommunalwälder. Geht es nach dem Bundeskartellamt bleibt das nicht so. Aufgrund der Vorgaben muss HessenForst die Prozesse im Holzverkauf bei der Betreuung des Kommunal- und Privatwaldes anpassen: Nach einer Übergangsfrist wird der Landesbetrieb die besitzartenübergreifende Rundholz-Vermarktung für größere Privat- und Kommunalwaldbetriebe mit einer Größe über 100 Hektar nicht mehr übernehmen können. Ausschließlich der Holzverkauf für diese Wälder wird aus kartellrechtlichen Gründen anders organisiert.

„Für die verbleibenden kleinerer Privatwaldbesitzer werden dadurch die Kosten der Beförsterung und der Holzvermarktung steigen“, wie Frank Wiegand, Präsidiumsmitglied für den Gemeinschaftswald im hessischen Waldbesitzerverband, befürchtet. Aus Sicht des Verbandes gingen die Umstrukturierungen vor allem zu Lasten der kleineren Waldbesitzer. Es bestehe daher die Gefahr, dass die Bewirtschaftung vereinzelt eingestellt würde.

Im Gespräch betonten sowohl Staatssekretär Wittke als auch die Vertreter der Waldbesitzer, dass das vornehmliche Ziel sein muss, die Wertschöpfung in der Region zu belassen.

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