Das Aus für die Salzwasser-Pipeline

Bürgerinitiativen mahnen: Haldenproblem und Werrabelastung bleiben.

Region. Die Entscheidung der Weserministerkonferenz, auf den Bau einer Leitung für Salzabfälle in die Oberweser zu verzichten, ist für Landrat Uwe Schmidt „eine sehr gute Nachricht für die Weser und die Menschen in der Oberweser-Region“. Der Landkreis hatte auf der Basis von entsprechenden Beschlüssen des Kreistages „von Anfang an gegen die Pläne gekämpft und alternative Entsorgungskonzeptionen ins Gespräch gebracht“, so Schmidt weiter. Bereits 2015 hatten Experten auf einer Werra/Weser-Konferenz im Kreishaus auf Alternativen hingewiesen, die jetzt vom Unternehmen K+S übernommen wurden.

Auch die Bürgerinitiative Oberweser-Bramwald e.V. freut sich für die Menschen und den Naturraum an der Oberweser, dass ihnen die Stapelbecken und das Salzrohr erspart bleiben. „Wir haben allerdings stets bezweifelt, dass die Oberweser- Pipeline jemals ernsthaft von K+S gewollt war. In unseren Augen wurde hier eine Scheinauseinandersetzung mit den Menschen vor Ort betrieben, um vom eigentlichen Problem der Verklappung von Salzlaugen in den Untergrund und in unsere Gewässer abzulenken“, so die Vorsitzende der Bürgerinitiative Oberweser-Bramwald e.V. Gabriele Niehaus-Uebel. Zum Schutz der Gewässer wäre durch die Entscheidung der Weserminister kein Fortschritt erzielt worden. Somit gelte es, die „wichtige Basisarbeit der BI Oberweser- Bramwald e. V. weiter fortzusetzen, in der Hoffnung doch noch einen wirklichen Erfolg für die Natur zu erzielen“.

Ähnlich sieht es das Aktionsbündnis Salzfreies Märchenland: „Wir begrüßen das Aus für die Oberweserpipeline. Andererseits sind die jetzt vorgesehenen Alternativen folgenschwer für das Ökosystem Werra und die Bergbauregion“. Viele Forderungen der Umweltschützer an einen nachhaltigen Kalibergbau seien noch nicht erfüllt. K+S wird daher aufgefordert, sofort und energisch die Verfahren zur Vermeidung des Abstoßes und zur Aufbereitung von Salzabwasser zur technischen Umsetzung zu bringen und umgehend Techniken zum Versatz unvermeidbarer Reststoffe mit Verfestigung weiter zu entwickeln und anzuwenden und so die Abwasserbelastung zu reduzieren.

Rubriklistenbild: © K+S

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