Schlimme Verbrennungen möglich: Gefahr im Garten und am Wasser - Herkulesstaude breitet sich aus

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Bekämpfen gemeinsam die Herkulesstaude in und um Baunatal: (v.li.) Marc Riechmann (Chef der Schauenburger Firma Riechmann Baumpflege) und die Mitarbeiter Robert Schall, Justin Janke sowie Bauamtsleiter Dirk Esskuche.

Sie trägt den Namen einer Sagengestalt und doch ist die Herkules-Staude alles andere als sagenhaft. Gartenbesitzer und Kommunen werden den wuchernden Giganten einfach nicht los. Die Berührung mit Pflanzenteilen kann vor allem für Kinder und Tiere zu einem schmerzhaften Erlebnis werden.

Baunatal. Einmal die Woche machen sich zwei Leute von der Firma Riechmann Baumpflege rund vier Stunden lang auf den Weg, um in und um Baunatal die Herkulesstaude (auch Riesenbären-Klau) zu vernichten.

Denn die bis zu vier Meter hohe Pflanze, die große weiße Dolden trägt, kann bei Kontakt und in Verbindung mit UV-Licht zu schwersten Verbrennungen führen. „Die größte Herkulesstaude, die wir mal gefunden haben, war knapp drei Meter groß. Da musste schon ein Schlepper kommen, um den dicken Stamm zerstören zu können“, erzählt Marc Riechmann, Chef der Schauenburger Firma.

Die Herkulesstaude an der Bauna wurde mit Spaten zerhackt und so unschädlich gemacht. Besonders gefährlich ist der milchige Saft, der dabei austritt. Schutzanzüge, wie Robert Schall (li.) und Justin Janke sie tragen, sind daher unerlässlich.

Er, seine Mitarbeiter und Dirk Esskuche, Bauamtsleiter von Baunatal, sorgen von Mitte April bis August dafür, dass sich die gefährliche Pflanze nicht ausbreitet. Mit Schutzausrüstung wie Anglerhosen und Einweganzügen zerhacken sie die gemeldeten Stauden – immer darauf bedacht, keinen Hautkontakt mit der Pflanze zu riskieren. „Wenn wir die Wurzeln mit Spaten zerhacken, welkt die Pflanze recht schnell und wird somit ungefährlich. Gerade der milchige Saft oder die feinen Härchen der Pflanze können zu Hautreizungen bis hin zu schweren Verletzungen führen“, erklärt Reichmann. Wird die Staude an öffentlichen Plätzen mit Publikumsverkehr gefunden, wird sie zerhackt oder gespritzt. Die Überreste werden dann von der Firma entsorgt – ebenso die Einweganzüge, die während der Arbeit zum Schutz getragen werden müssen.

Auch die Werkzeuge, die die Mitarbeiter verwenden, müssen gründlich gereinigt werden. Sonst besteht die Gefahr, dass man sich bei der Wiederbenutzung Reizungen holt. Seit fünf Jahren ist die Stadt Baunatal dabei, die Herkulesstaude zu bekämpfen und Bürger zu schützen. Pro Saison kostet dies 5.000 Euro und mehr. Die große Staude wird gerade jetzt bekämpft, bevor sie anfängt zu blühen beziehungsweise zu verblühen. Ansonsten verbreitet sie nämlich ihre bis zu 50.000 Samen und sorgt so für weitere Gefahrenstellen.

Herkulesstaude im Garten – was nun?

Von Juli bis September blüht die Herkulesstaude, auch als Riesenbärenklau bekannt. Wegen ihrer Größe und der großen weißen Dolde ist sie zwar schön anzusehen, aber auch giftig. Seit einigen Jahrzehnten breitet sich die Staude mit den weißen Doldenblüten rasant aus. Gute Bedingungen findet sie auf Brachflächen und an Uferrandstreifen. Eine Pflanze vermehrt sich mit bis zu 50.000 Samen, die bis zu zehn Jahre keimfähig sind. Die leichten und schwimmfähigen Samen verbreiten sich entlang von Gewässern, Straßen und Gleisen. Folgende Maßnahmen sind bei der Bekämpfung der Herkulesstaude einzuhalten, um gesundheitlichen Beeinträchtigungen vorzubeugen:

– Schutzkleidung ist unbedingt notwendig (lange Hosen, dicker Pullover, Schutzbrille, Gesichtsschutz und vor allem Handschuhe). – Pflanzen nach Möglichkeit in der Dämmerung oder bei starker Bewölkung entfernen. – Gesicht und Hände sollten zusätzlich mit einer Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor geschützt werden. Die Bekämpfung der Herkulesstaude ist langwierig und arbeitsintensiv. (Quelle: service.hessen)

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