Schulsozialarbeit seit über zehn Jahren erfolgreich

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Alina Hernandez Rohde (r.) bei einer Übung zum Sozialen Lernen mit einer 5. Klasse der Heinrich-Grupe-Schule Grebenstein.

Schulsozialarbeiter gibt es seit mittlerweile über zehn Jahren erfolgreich an Schulen im Landkreis Kassel. Sie helfen bei Problemen mit den Mitschülern oder Lehrern und unterstützen die Schüler in vielen sozialen Bereichen.

Grebenstein/Immenhausen/Landkreis. Seit dem Schuljahr 2005/2006 gibt es Schulsozialarbeit an den Schulen im Landkreis Kassel. „Mittlerweile sind wir an acht Schulen im Kreis präsent und unsere Bilanz zeigt, dass wir überall als sinnvolle Erweiterung des schulischen Angebots im Bereich Prävention und Soziales Lernen gesehen werden“, berichtet Fachdienstleiterin Melitta Schäffer. Pro Schuljahr betreuen die 27 Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter in Einzel- und Gruppenangeboten 14.000 Schüler.

„Die Bandbreite bei den individuellen Unterstützungs- und Beratungsangeboten reicht von der Hilfestellung bei Problemen mit Mitschülern und Lehrern bis hin zu Krisenintervention in Kooperation mit den Betreuungslehrern und den Eltern“, informiert Schäffer über das Aufgabenspektrum der Schulsozialarbeit an allen Schulen. Schulische Probleme wie Leistungsdruck und Schulangst spielten genauso eine Rolle im „Alltagsgeschäft der Schulsozialarbeit“ wie Mobbing und Konflikte in der Familie.

Auch Fragen im Zusammenhang mit dem Übergang von Schule zum Beruf werden behandelt. Wegen des vielgestaltigen Beratungs- und Unterstützungsangebots hat die Schulsozialarbeit in der Regel Kontakte zu über 500 Eltern und führt bis zu 1.000 Lehrergespräche durch. Bei den von der Schulsozialarbeit organisierten Gruppenangeboten für ganze Klassen oder Jahrgänge steht die Erweiterung der sozialen Kompetenzen der Schüler im Mittelpunkt. „Schwerpunkt der Arbeit ist das Erlernen von Verhaltensmöglichkeiten, um Konfliktsituationen im Schulalltag erst gar nicht entstehen zu lassen“, ergänzt Alina Hernandez Rohde, Schulsozialarbeiterin an der Heinrich-Grupe-Schule in Grebenstein. Dazu gehöre zum Beispiel der Klassenrat: „Hier lernen die Fünftklässler sich selbst zu organisieren und Fragestellungen für die Klasse zu klären“. Aktueller Schwerpunkt ihrer Arbeit sei das Themenfeld „Soziales Lernen“ in den 5. Klassen. Am Beispiel von auf den ersten Blick einfachen Koordinationsübungen müssten die Schüler erkennen, dass strukturiertes Vorgehen mit einer gemeinsamen Absprache schneller zum Ziel führt als Aktionen, bei denen jeder allein für sich agiere, so die Schulsozialarbeiterin weiter.

Silke Meister, Schulsozialarbeiterin an der Lilli-Jahn-Grundschule in Immenhausen.

Ein wichtiger Grundsatz der Schulsozialarbeit ist die Vernetzung mit den schulischen Funktionsträgern wie Schulleitung und Zweigleitern. An der Lilli-Jahn-Schule in Immenhausen erfolgt dies sogar schulübergreifend: „Da bereits an der Grundschule Smartphones und Tablets zum Alltag der Schüler gehören, habe ich eine eigene Internet-AG eingerichtet und stimme mich eng mit dem vergleichbaren Angebot an der benachbarten Freiherr-vom-Stein-Schule ab“, berichtet Silke Meister, Schulsozialarbeiterin an der Immenhäuser Grundschule.  Schüler der Gesamtschule würden dabei die Rolle von Lotsen übernehmen, die den Grundschülern bei allen Fragen rund um die Smartphone- und Tabletnutzung zur Seite stehen. Fachkoordinatorin Schäffer: „Durch dieses Netzwerk und die Einbindung in die Beratungsangebote des Fachbereichs Jugend des Landkreises können wir umfassend und auf sehr kurzem Weg Probleme zielgenau behandeln“.

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