Sensation: Schüler beobachten Sichler an den Kelzer Teichen

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Lehrer Helwig Haag mit Mitgliedern der Natur-AG .

Erst zweite Sichtung des Mittelmeervogels überhaupt in Stadt und Landkreis Kassel.

Grebenstein/Kelze. An einem Sonntag um 5 Uhr aufstehen. Viele würden sich um diese Zeit noch einmal umdrehen. Die Mitglieder der von Helwig Haag geleiteten Natur-AG der Grebensteiner Heinrich-Grupe-Schule hatten jedoch etwas Besonderes vor. Eine Stunde später trafen sie sich, zum Teil mit Eltern und Geschwistern, an den Kelzer Teichen, um dort und am nahen Kelzer Holz die Vogelwelt zu beobachten. Seit Jahren interessiert sich Haag für die Natur und spezialisierte sich dabei auf die Vogelkunde – der Ornithologie.

Jeden Freitag treffen sich Schüler der Jahrgänge 5 bis 7 in der 7. und 8. Stunde, um mit Lehrer Haag die Natur rund um die Schule in Grebenstein zu beobachten. Da während dieser Stunden selten genug Zeit für ausführliche Beobachtungen bleibt, ist diese Exkursion etwas Besonderes. Auch, weil die frühe Zeit für besondere Eindrücke sorgt. Kühle Temperaturen und leichter Dunst über dem Teich erlebten die Grebensteiner, doch die vielen Vogelstimmen waren unüberhörbar und auch die ersten Blässhühner und Zwergtaucher tauchten auf.

Die kleine Gruppe hatte sich vorgenommen, 50 verschiedene Vogelarten zu bestimmen. Es sollte noch besser kommen. Auf dem Weg vom unteren zum oberen Kelzer Teich begegneten ihnen die ersten Braunkehlchen, Schafstelzen, Gartengrasmücken, Teichrohrsänger und der erste Kuckuck des Jahres. Die Artenzahl wuchs und wuchs. Greifvögel erhoben sich in die Lüfte: Mäusebussarde, Rot- und Schwarzmilan. Bei der Rast an der Beobachtungshütte standen bereits 42 Arten auf der Liste.

Sichler im Überflug

Beim Wechsel hinauf zum Kelzer Holz lauschten die Naturbeobachter dem Gesang von Singdrossel und Fitislaubsänger, als sich plötzlich hinter ihnen zwölf dunkle, mittelgroße Vögel mit gebogenen Schnäbeln und im Flug weit überstehenden Füßen im Formationsflug näherten und in nur ca. 10 Meter Flughöhe über sie hinweg nach Norden zogen: Sichler. Ein Vogel des Mittelmeerraumes, der sich nach der Beobachtung eines Einzelvogels 2016 in der Fuldaaue in Kassel erst das 2. Mal überhaupt in Stadt und Landkreis zeigte. Die Gruppe wurde dabei Zeuge einer kleinen Sensation, denn in zweistelliger Zahl wurde diese Vogelart in Nordhessen noch nicht gesichtet.Vergleichbare Beobachtungen gab es aus ganz Deutschland in letzter Zeit überhaupt erst aus den Jahren 2013 und 2015. Am Ende des Ausflugs verzeichnete das Team mit der Klappergrasmücke sogar 52 verschiedene Vogelarten.

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