Sponsoren gesucht: Neues Dach für das alte Herrenhaus in Wülmersen

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Setzen auf Bedachung (v. li.):  Harald Kühlborn (Vorsitzender Förderverein), Landrat Uwe Schmidt und Angela Webering (Stellv. Betriebsleiterin Jugend- und Freizeiteinrichtung Landkreis Kassel).

Regen und Kälte schädigen das Mauerwerk des alten Herrenhauses des Wasserschlosses Wülmersen. Ein neues Dach muss her und dafür werden noch Sponsoren gesucht.

Trendelburg. Das ehemalige Herrenhaus des Wasserschlosses Wülmersen soll überdacht werden. „Das früher zweistöckige Gebäude gehört zu den ältesten der ganzen Hofanlage und wird aktuell während der Sommermonate als Veranstaltungsraum genutzt“, informiert Landrat Uwe Schmidt. Das Gebäude war 1987 bis 1989 durch den damaligen Aus-und Fortbildungsverbund im Landkreis Kassel (AuF), der das Wasserschloss nach 25 Jahren Leerstand „aus dem Dornröschenschlaf geweckt hatte“, als Ruine gesichert worden. „Nachdem die Ruine von Schutt und Grünwuchs befreit worden war, hat sich der AuF in Abstimmung mit der Hessischen Denkmalpflege für die Rekonstruktion eines komplett eingestürzten Kellers und zur Befestigung der Mauerkronen entschieden“, berichtet Schmidt weiter. Wegen der Größe des aus dem 14. Jahrhundert stammenden Bauwerks und der notwendigen umfangreichen Arbeiten wurde auf den Wiederaufbau und die Wiederherstellung einer Überdachung verzichtet.

Nässe führt zu immer mehr Schäden am Mauerwerk

Schmidt: „Heute stehen wir vor dem Problem, dass jeder Regen und insbesondere Wassereintrag im Winter zu Schäden am Mauerwerk führen und damit den Bestand des Gebäudes gefährden“. Deshalb habe sich der heutige Eigentümer des Wasserschlosses, der Eigenbetrieb Jugend- und Freizeiteinrichtungen des Landkreises Kassel, dazu entschieden, eine dauerhafte Überdachung für die Ruine zu errichten. „Dies ist auch die Empfehlung des Landesamtes für Denkmalschutz", so der Landrat. Bereits 2010, als in Kooperation mit der Universität Kassel die Veranstaltungsinfrastruktur für die Herrenhaus-Ruine geplant wurde, gehörte zu den ursprünglichen Überlegungen, ein geschwungenes Holzdach als dauerhafte Bedachung zu errichten. Die Kosten für diese Überdachungslösung stiegen allerdings bald „in eine Höhe, die eine Realisierung des Projekts nicht mehr zuließ“. In der Folge wurden dann zusammen mit der Denkmalpflege alternative Lösungen untersucht, die auf eine Stahl-Glas-Konstruktion hinauslaufen.

Stahl-Glas-Konstruktion mit Photovoltaik

„Wie es sich für einen in Sachen erneuerbarer Energienutzung sehr aktiven Landkreis gehört, favorisieren wir den Einbau von Photovoltaik-Glas-Modulen, um so ein neues Beispiel für Energiekultur zu geben“, erläutert Landrat Schmidt. Mit der Überdachung werden die Denkmalschutzbelange erfüllt; außerdem entsteht so ein ganzjährig nutzbarer „äußerst attraktiver Veranstaltungsraum“. Mittlerweile liegen die notwendige Baugenehmigung, die Zustimmung der Denkmalbehörde und die Einspeisezusage des regionalen Netzanbieters vor. Außerdem hat die Betriebskommission des Eigenbetriebs Jugend- und Freizeiteinrichtungen dem Vorhaben zugestimmt. Schmidt: „Was jetzt noch fehlt, sind die finanziellen Mittel!“ Die Gesamtkosten für die Überdachung liegen bei über 300.000 Euro, der Großteil der Kosten wird von der Stahlkonstruktion verbraucht. Im Haushalt des Eigenbetriebs stehen 60.000 Euro für den Bau zur Verfügung. „Wir erhoffen uns noch weitere Fördermittel – aber nach dem jetzigen Stand bleibt noch ein Delta übrig, für dessen Schließung wir auf die Hilfe von Sponsoren angewiesen sind“, informiert der Landrat.

Mit Sponsorengeldern und Fördermitteln

Der Förderverein für das Wasserschloss Wülmersen e.V. habe daher eine Spendenkampagne gestartet, um Mittel für dieses „außergewöhnliche Projekt“ einzuwerben. „Es gibt nur wenige Gelegenheiten für finanzkräftige Unterstützer, bei dem ein 700 Jahre altes Gebäude mit High-Tech und Kultur im ländlichen Raum so gelungen verbunden werden kann“, ergänzt Harald Kühlborn, Vorsitzender des Fördervereins. Deswegen sei der Verein auch zuversichtlich, dass man gemeinsam mit Fördermitteln aus dem Bereich Denkmalschutz und anderen Fördertöpfen „die Finanzierung stemmen kann“.

Bei der Zeitschiene sind sich Landrat und Vereinsvorsitzender einig: „Die Zeit drängt und wir würden gern die Sommerkultur 2020 mit dem neuen Dach starten“, so Schmidt und Kühlborn.

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