Städtische Zieräpfel sorgen für Rutschpartie in Hofgeismar

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Maria Schulz und Lieselotte Bernd ärgern sich – stellvertretend für viele Nachbarn in der Bürgermeister-Laneus-Straße – über das Fallobst der städtischen Bäume.

Vor 15 Jahren pflanzte die Stadt Hofgeismar Bäume mit Zieräpfeln in der Bürgermeister-Laneus-Straße. Das Fallobst "ziert" nun aber die Fußwege und wird so zur Sturzgefahr für die Anwohner.

Hofgeismar.  „Gucken Sie sich doch bloß mal den Fußweg an. Überall liegen diese komischen Früchte herum. Man weiß ja kaum noch, wie man ohne Sturzgefahr aus dem Haus gehen soll!“ Lieselotte Bernd ist sauer. So sauer, wie die Zieräpfel, über die sie sich ärgert. Die fallen zur Zeit von zwölf Bäumen in der Bürgermeister-Laneus-Straße in Hofgeismar. Und „zieren“ beidseitig die Fußwege und Parkbuchten – noch ganz, verfault oder zermatscht.

Viele Fußgänger weichen angesichts der mit Zieräpfeln übersäten Gehwege auf die Straße aus.

Auch die anliegenden privaten Grundstücke sind von den roten Früchten übersät. Den Zierapfel hat die Stadt Hofgeismar vor rund 15 Jahren als Straßenbaum in der Bürgermeister-Laneus-Straße anpflanzen lassen, seit zehn Jahren tragen die Bäume Früchte. „Mal mehr, mal weniger“, heißt es aus dem Rathaus, „Beschwerden sind uns aber nicht bekannt.“ Ein Argument, das Lieselotte Bernd nicht gelten lässt: „Von wegen: nicht bekannt. Ich habe mehrfach angerufen, da hieß es immer nur: ‘es ist so, wie es ist’“. Sie klagt: Je größer die Bäume würden, desto mehr falle runter. Und die Stadt als Baumbesitzer tue nichts gegen den Schmutz.

Seit rund zehn Jahren wohnt die engagierte Anwohnerin in einem Mehrfamilienhaus zur Miete. Ebenso wie Maria Schulz. Die ist nicht mehr ganz sicher auf den Beinen, nutzt einen Rollator und traut sich angesichts der verunreinigten Wege kaum noch vor die Tür. „Die Dinger rollen ja bis zu den Stufen unseres Hauseingangs und zu meiner Rollator-Box. In meinem Alter wäre ein Sturz fatal“, klagt sie.

Die Zieräpfel liegen auch auf dem Fußweg.

Auch jüngere Hofgeismarer haben keine Lust, auf den Früchten auszurutschen: Zu beobachten ist, dass viele Schüler der Blankertz- und Schweitzer-Schule die Straße gegenwärtig als Fußweg nutzen. Vom Ausweichen können die Besitzer der gegenüberliegenden Privathäuser dagegen nur träumen. Es sei wirklich schlimm dieses Jahr, und das, obwohl jeder so seine eigene Methode entwickelt habe, der jährlich zunehmenden Zierapfelflut Herr zu werden. Eine davon: im Frühjahr kräftig schütteln, damit möglichst viele Blüten runter fallen.

Was nichts daran ändert, dass Wohnungsbaugesellschaft und Privatbesitzer in der Verantwortung stehen: Die Stadt Hofgeismar verweist auf ihre Satzung, in der festgelegt ist, dass die Anlieger für die Reinhaltung der Gehwege verantwortlich sind.

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