Stirbt das Buch?

VON THOMAS STRECKERWerra-Meiner-Kreis/Landkreis Kassel.Abgesehen von Liechtenstein und Luxemburg wies kein Industrieland ein schlechteres Ergeb

VON THOMAS STRECKER

Werra-Meiner-Kreis/Landkreis Kassel.Abgesehen von Liechtenstein und Luxemburg wies kein Industrieland ein schlechteres Ergebnis auf. Fr die Entwicklung von Kindern ist das Lesenlernen zentral. In unserer schriftbasierten Informations- und Wissensgesellschaft ist Lesen die Schlsselqualifikation fr die gesamte schulische und berufliche Laufbahn. Und gerade im Kindesalter helfen Bcher, die Welt zu erklren und Antworten auf Fragen zu finden. Zu allem, was schon kleine Kinder interessiert, gibt es fantastische Bilderbcher, die auch schwierige Themen wie Gut und Bse, Scheidung oder Tod in altersangemessener Weise behandeln.

Wenn Kinder eigene Sorgen, beispielsweise die Angst vorm Verlassenwerden in Geschichten wiederfinden, sind diese Gefhle oft nicht mehr so bedrohlich. Sie knnen sich mit den Figuren in Bchern identifizieren, gemeinsam mit ihnen Geschichten erleben, Probleme lsen und so eigene Erfahrungen gut verarbeiten. Nach Einschtzung von Pdagogen frdert und trainiert Lesen das Denken und die individuelle sprachliche Entwicklung. Kindern, denen viel vorgelesen wird, sind spter sprachgewandter.

Nicht zum Vergngen

Die international vergleichenden Schlertests haben gezeigt, dass Schler in unserem Land jedoch wenig und schlecht lesen: 42 Prozent der 15-Jhrigen gaben an, nicht zum Vergngen" zu lesen. Deutschland ist unbertroffen in der Anzahl derjenigen SchlerInnen, die von sich sagen, dass sie in ihrer Freizeit berhaupt nicht zum Buch greifen. Als zentralen Hintergrund zu dem Phnomen sieht die Schul- und Stadtbibliothekarin aus Hessisch Lichtenau, Regina Goebel, ein immer grer werdendes Freizeitangebot sowie die mangelnde Vorbildfunktion vieler Eltern. Wenn Kinder in ihrem Umfeld niemals mit Bchern oder der Stille des Lesens konfrontiert werden, kommen sie selten auf die Idee, selbst zur Lektre zu greifen. Bcher haben gegenber Fernsehen und Video den Vorteil, dass sich Kinder die Geschichten in ihrem eigenen Tempo erschlieen knnen. Einzelne Passagen knnen wiederholt, besprochen, vielleicht nachgespielt werden. Sie bleiben lnger in Erinnerung und haben so einen hheren Lernfaktor. Die Zeit, die frher zum Lesen genutzt wurde, verbringen heute viele Kinder und Jugendliche mit Videospielen, vor dem Fernseher oder im Internet, so Goebel. Dabei mssen Filme und CDs keinesfalls verbannt werden. Die so genannte Bildschirmgeneration bedient sich eines Medienangebotes, das sehr viel vielfltiger ist als in den Generationen zuvor. Es hat keinen Sinn, Fernsehen und Bcher gegeneinander auszuspielen. Es gibt viele mediale Angebote, die Geschichten aus Bchern aufgreifen. Oft ist dann der Film der Auslser, sich auch mal das dazugehrige Buch anzugucken. Und Begleitbcher zu geliebten Fernsehserien knnen ebenfalls ein Einstieg ins Lesen sein.

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