Traditionssegelschiff „Belle Angele“ gesunken

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Viele Hofgeismarer Bürger sind anlässlich der Feierlichkeiten des Städtepartnerschaftsjubiläums bereits auf dem Segler mitgefahren.

Das Traditionssegelschiff „Belle Angele“ ist bei einem Schiffsunglück zerbrochen und gesunken - der Skipper Anthony Meignan wurde über Bord gespült und ertrank.

Pont Aven/Hofgeismar. Bereits Mitte Oktober ist die „Belle Angele“, das Traditionssegelschiff aus der bretonischen Partnergemeinde von Hofgeismar – Pont-Aven, bei einem tragischen Schiffsunglück zerbrochen und gesunken. Jetzt wurden weitere Einzelheiten des Unfalls bekannt: Die „Belle Angele“ – das Schiff ist vielen Hofgeismarern aus Besuchen in der Bretagne bekannt, ein Modell davon steht sogar im Rathaus von Hofgeismar – lief im Norden der Bretagne bei widrigen Witterungsverhältnissen auf felsigen Grund. Der dreiundvierzigjährige Skipper Anthony Meignan wurde über Bord gespült und ertrank. Die übrigen Besatzungsmitglieder konnten in einer dramatischen Aktion gerettet werden.

Die vor dem Unglück letzte Reise führte bis nach St. Malo. Von dort sollte das Schiff wieder in seinen Heimathafen Pont-Aven ins Winterquartier überführt werden. Für diesen Turn war neben dem langjährig erfahrenen Skipper auch zwei professionelle Seeleute und vier, aus Pont-Aven stammende, ebenfalls seemännisch erfahrene Mitglieder der „Association de la Belle Angele“ an Bord. Aufgrund der stürmischen See entschied sich der Skipper nach einer Teilstrecke, Schutz in der tief ins Landesinnere reichende, fjordartigen Bucht "Aber W´rach" im Norden der Bretagne zu suchen.

Als der Wind am Folgetag scheinbar nachließ, wollte die Mannschaft die Weiterreise noch am sehr frühen Morgen starten. Wellen von 6 bis 8 Metern Höhe veranlassten den Skipper allerdings, zurück in die Bucht zu fahren. Beim Wendemanöver in der engen, felsigen Passage driftete das Schiff quer zur Brandung und Strömung, geriet komplett außer Kontrolle und lief auf eine Felsformation auf. Durch die Wucht des Aufpralls stürzte der Kapitän über Bord und verschwand in den Brandungswellen der Nacht. Ein Seenotrettungskreuzer war nach etwa einer Stunde vor Ort. Unter Schwierigkeiten erreichten die Retter das auf Grund gelaufene Schiff. Die Schiffbrüchigen standen zu diesem Zeitpunkt unter Schock und waren unterkühlt. Mit Hubschraubereinsätzen des Katastrophenschutzes konnten alle sechs Schiffbrüchigen und die Retter unverletzt geborgen werden. Bei Flut und stürmischen Winden zerbrach das Schiff und die zerstörten Teile wurden zurück in die raue See gespült. Der leblose Körper des Skippers wurde von einem Marine-Hubschrauber zwei Seemeilen abseits der Unfallstelle gesichtet und geborgen. Wie sich nach einer Autopsie herausstellte, erlitt der Kapitän während des Unglücks einen Schlaganfall. Die Mitglieder der „Association de la Belle Angele“ trauern um ihren Skipper. Dennoch wollen sie mit einigen kleineren Schiffen die maritime Tradition wahren und hoffen, dass es in naher Zukunft wieder ein großes Flaggschiff in Pont-Aven geben wird. Feststeht zudem, dass auch im kommenden Sommer die traditionelle „Fete de la Belle Angele“ mit einem Treffen alter Segelschiffe am 25.August im Hafen von Pont-Aven stattfinden wird.

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