"Tragende Säulen der Gesellschaft"

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Landkreis. Der Bezirkland/Frauentag ist im Jahr der Landfrauen stets ein Höhepunkt. Hier erhalten sie Informationen von den Ortsvereinen.

Landkreis. Der Bezirkland/Frauentag ist im Jahr der Landfrauen stets ein Höhepunkt. Hier erhalten sie Informationen von den Ortsvereinen, Politiker kommen zu Wort und es werden ihnen Darbietungen zur Unterhaltung geboten. Mit den auf die Veranstaltung treffenden Worten "Das Beste sollte nie hinter uns liegen, sondern immer vor uns", leitete die Vorsitzende des Bezirksland/ Frauenvereins, Elfriede Münz den Nachmittag ein, der von rund 250 Mitgliedern in der Naumburger Stadthalle besucht wurde. Diese war von den Landfrauen aus den Ortsvereinen Altendorf, Altenstädt, Elbenberg, Heimarshausen und Naumburg herbstlich-bunt geschmückt worden.

Sozialer Kitt

"Auch die Landfrauen bekommen den demografischen Wandel und Werteveränderungen in der Gesellschaft massiv zu spüren", so Elfriede Münz. Auf dem Land hätten Vereine nicht nur eine lange und bewährte Tradition, sie seien auch der soziale Kitt für die Dörfer. Allerdings gebe es zunehmend Risse im Zusammenhalt und Zeichen von Stillstand. Insbesondere die Vorstandsarbeit werde immer mehr zur Herausforderung. "Sie verlangt Kompetenzen, fordert Zeit und Kraft und funktioniert nur, wenn die Balance mit Beruf und Familie gelingt", so Elfriede Münz. "Viele LandFrauen, die heute an der Spitze stehen, leisten diesen Spagat!" Schwierig sei es für Frauen, die Familie, Beruf, Karriere und Ehrenamt vereinbaren wollen und müssen. Den heutigen Lebensmodellen fehle es oft an Freiraum für zeitintensive Ehrenämter. "Das ehrenamtliche Engagement von Verbänden und Vereinen ist für die Gesellschaft unverzichtbar; es bringt Menschen zusammen und erschließt so Ressourcen, auf die der Staat keinen Zugriff hat".

Lob von den Gastrednern

Landrat Uwe Schmidt lobte die Arbeit der Landfrauen, die von großer Wichtigkeit seien. "Sie mischten sich nicht nur verbal in politische Diskussionen ein, sondern beteiligten sich aktiv." Der Naumburger Bürgermeister Stefan Hable stellte mit Stolz seine Stadt vor, ein Teil davon seien die Landfrauen, deren Wert er überaus schätzte. Ebenso wie der Landrat bestätigte er, dass sie sich sowohl den städtischen Themen als auch vielen anfallenden sozialen Problemen annehmen.

Dekan Dr. Gernot Gerlach behauptete, Frauen wüssten mehr vom Leben als Männer; sie entwickelten mehr Gefühle. "Hätten die Männer mehr auf die Frauen gehört, hätte es die Nazizeit in der Form sicher nicht gegeben und auch nicht die Pogromnacht gegeben.". Der Vorsitzende des Hessischen Bauernverbandes, Erich Schaumburg betonte, man müsse weiterhin den Verbrauchern deutlich machen, die Landwirte seien keine "Sündenböcke", sondern bemühen sich stets, Qualitätsnahrung zu liefern.

Naumburger Landfrauen

Nach den Gastworten stellten Michaela Viereckt und Regina Raude die fünf Naumburger Ortsvereine vor. "Jedes Dorf hat seine Aktivitäten und seine Sorgen". Grundsätzlich aber hätten sie alle etwas gemeinsam. "Wir möchten zusammen die Zukunft gestalten und dafür sorgen, dass das Leben in der Region auch für die zukünftigen Generationen lebenswert bleibt."

Den höchst humorvollen und zugleich kritischen Beitrag zur Streitkultur zwischen Mann und Frau sowie der Mitmenschen untereinander mit tausend amüsanten Wahrheiten von Claudia Zahn von der Evangelischen Familienbildungsstätte, Kassel, hörte die Landfrauen gerne zu. Als Ulrike Sprenger und Nadine Stiehl zu rhythmischen Bewegungen mit Musik aufforderten, machten alle im Saal mit. Zuvor zeigten Schülerinnen und Schüler der Elbetalschule unter der Leitung von Bernhard Knieling Tanzvorführungen und bekamen viel Applaus, ebenso wie die Landfrauen aus Altendorf mit ihrer temperamentvollen Zumba-Fitness. Nach dem Schlusswort der zweiten Bezirksvorsitzenden Silke Boos sang unter der Leitung von Gudrun Schaub der Bezirkslandfrauenchor stimmungsvolle Lieder; er leitete bereits den Nachmittag musikalisch ein.

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