Tropfen auf den heißen Wald

Trotz Regen: Waldbrandgefahr bleibt bestehen Von HELMUT KRMLER Hofgeismar/Wolfhagen. Ohne Zweifel ist der April 2007 ein extremer Monat ge

Trotz Regen: Waldbrandgefahr bleibt bestehen

Von HELMUT KRMLER

Hofgeismar/Wolfhagen. Ohne Zweifel ist der April 2007 ein extremer Monat gewesen. Mit nur wenigen Spitzer Regen und nur vier bewlkten Tagen und Temperaturen wie im Mai hat dieser April eine Wiederholwahrscheinlichkeit von fast 1:1000 Jahren. Nur alle 1000 Jahre ist also mit so einem trockenen und warmen April zu rechnen. Whrend viele Menschen den vorzeitigen Sommer in den Cafes genieen, wird die trockene Witterung in der Land- und Forstwirtschaft mit Sorge beobachtet. Zu recht, denn obwohl es am Montag begann, zu regnen, wird die zweithchste Waldbrand-Warnstufe auch in der kommenden Zeit nicht aufgehoben.

Klaus-Peter Wittich, Agrarmeteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Braunschweig, vergleicht die Lage bereits mit der katastrophalen Drre von 1975, als im August groflchige Brnde in der Lneburger Heide 8000 Hektar Wald vernichteten. Die Voraussetzungen damals waren hnlich, so Klaus-Peter Wittich, ,,es gab wochenlang keinen Niederschlag. Doch whrend diese Brnde im Sommer ausbrachen, droht der Wald jetzt bereits im FrhjahrFeuer zu fangen.

Im Frhjahr ist die Brandgefahr wesentlich hher als sonst, weil der Waldboden noch nicht von einer neuen, grnen Vegetationsschicht geschtzt wir, erklrt Theodor Arend, stellvertretender Forstamtsleiter in Wolfhagen. Eine weggeworfene Zigarette oder ein Funken vom Grill knnen katastrophale Folgen haben. Wir erinnern Spaziergnger deshalb daran, dass von Mrz bis Oktober ohnehin ein generelles Rauchverbot im Wald gilt!

Der Forstexperte kann sich nicht daran erinnern, im Frhjahr jemals so extreme Bodenunterschiede erlebt zu haben. Erst mussten wir uns - wie fr den Mrz/April blich - ber vollstndig verschlammte Waldwege kmpfen, und nur drei Wochen spter befinden sich dort Trockenrisse im Boden!Theodor Arend unterstreicht, dass die Waldbrandgefahr bleiben werde, obwohl es seit Anfang der Woche leicht regnet. In einem Streifen Nordsee bis zum Bayerischen Wald fielen ein bis fnf Liter Regen auf den Quadratmeter, was nicht gerade der Brller, aber wenigstens ein Tropfen auf den heien Stein sei, analysiert Helmut Malewski, Meteorologe beim DWD.

Die Situation habe sich zudem dadurch verschrft, weil nach dem Orkan Kyrill noch groe Schden in den nordhessischen Wldern zu verzeichnen sind. Nach Angaben vom Bundesministerium fr Ernhrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat der Orkan die grten Schden unter anderem in den Bundeslndern Nordrhein-Westfalen und Hessen verursacht. In den Wldern des Sauer- und Siegerlandes liegen die Bume an manchen Stellen zwei bis drei Meter bereinander geschichtet.

Auch bei uns gibt es noch eine Menge wegzurumen, bekrftigt Theodor Arend. Wir konnten aber die durch Verwstungen nicht mehr befahrbar gewesenen Zufahrts- und Waldwege weitestgehend freirumen. Nicht nur Harvester, sondern auch zustzliche Forstwirte und Unternehmer kamen zum Einsatz. Nicht auszudenken, wenn bei einem Waldbrand die Rettungskrfte die mglichen Einsatzstellen nicht oder nur erschwert erreichen knnten.

Bleibt der Trost, dass im Wolfhager und Hofgeismarer Land in erster Linie der etwas weniger gefhrdete Laubwald wchst. Und die Nadelbume genieen besondere Beachtung:  Die Bestnde an harzreichen Kiefern und Koniferen sind uns bekannt. Diese Stellen werden zur Zeit verstrkt berwacht.

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