Türkische Hilfe für den KSV Hessen

+
Foto: Soremski

Kassel. Heute richtet sich der Briefwechsel an Rüdiger Abraczik.

Sehr geehrter Rüdiger Abramczik,

nur wenige Monate waren Sie sportlicher Leiter des KSV Hessen Kassel. Dann haben Sie die Klamotten in die Ecke geworfen, zermürbt von endlosen Querelen mit Trainer Uwe Wolf. Dazu kamen Medienberichte, die Ihnen Untätigkeit attestiert haben.

Dass das nicht richtig war, zeigt sich erst jetzt. Es war kein Zufall, dass der türkische Spitzenklub Galatasaray Istanbul nach Kassel gekommen ist, um einen Standort für sein zweites deutsches Nachwuchsförderzentrum zu suchen. Ihre guten Kontakte zu Ihrem alten Bundesligakollegen Erdal Keser haben das erst möglich gemacht.

Galatasaray ist für vorbildliche Jugendarbeit weltweit bekannt. Der Verein hat 73 Jugendzentren in der Türkei, in Australien, den Niederlanden, in England und in Bremen. Jetzt soll Kassel dazu kommen.

Für den KSV könnte das ein Segen sein. Der Verein wollte immer schon verstärkt auf Jugendarbeit setzen, doch die Finanzdecke war einfach zu dünn. Es reichte mit Mühe und Not für die Regionalligamannschaft. Für Jugendarbeit, die zweite Mannschaft und die Damen blieben gerade mal 100.000 Euro übrig. Zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig.

Doch wenigstens geträumt hatte der damalige Präsident Jens Rose von einem Sportinternat und ein Konzept fertig in der Tasche. Das war natürlich Gold wert, als jetzt eine hochkarätige Delegation vom Bosporus an der Leine auftauchte.

Und nicht nur das. Auch der Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke, Oberbürgermeister Bertram Hilgen und Uni-Rektor Professor Dr. Rolf-Dieter Postlep kümmerten sich intensiv um die Besucher. Da passte es natürlich genau ins Bild, dass das Auestadion mittlerweile ein Schmuckkästchen ist. Und direkt daneben ist vor einigen Monaten die sportwissenschaftliche Fakultät der Universität Kassel eröffnet worden. Dazu kommt noch das ehemalige Kinderkrankenhaus Park Schönfeld, das einer neuen Nutzung zugeführt werden muss. Nachwuchszentrum klingt da doch attraktiver als Asylbewerberwohnheim.

Doch bei so interessanten Projekten steckt der Teufel immer im Detail. Jetzt muss genau abgeklopft werden, was die ungleichen Partner leisten sollen und wollen. Besuche der Trainigszentren der Türken in Bremen oder den Niederlanden dürften die Lage klären und auch zeigen, welche Chancen sich dadurch für den KSV auftun. Eins ist sicher. Eine solche Chance bekommt man nicht allzu häufig.

Mit türkischen Grüßen

Rainer Hahne

Chefredakteur

P.s. Man begegnet sich doch immer zweimal. Lieber Rüdiger Abramczik, es wäre mir schon ein innerer Vorbeimarsch, wenn Sie wieder nach Kassel kommen.

P.s. Wie schön, dass Turkish Airlines demnächst von Calden nach Istanbul fliegt.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Eskalation in Hombressen: 38-Jähriger greift Vater und Sohn an und verletzt Polizist

Ein außer Kontrolle geratener Streit zwischen zwei Männern rief am gestrigen Dienstagabend im Hofgeismarer Stadtteil Hombressen die Polizei auf den Plan.
Eskalation in Hombressen: 38-Jähriger greift Vater und Sohn an und verletzt Polizist

Landkreis führt 2021 die gelbe Tonne ein

Der Ärger mit dem gelben Sack hat ein Ende.
Landkreis führt 2021 die gelbe Tonne ein

Tödlicher Unfall auf A44: Mann von Lkw angefahren

Im Bereich einer Baustelle: 53-Jähriger wird angefahren und erliegt noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen.
Tödlicher Unfall auf A44: Mann von Lkw angefahren

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.