Übung: Chemiewerkunfall in Lohfelden

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190 Einsatzkräfte übten im Chemiewerk Brenntag für den Ernstfall.

Lohfelden.  Am Samstagvormittag wurde im Rahmen einer Übung im Chemiewerk Brenntag in Lohfelden eine Unfalllage simuliert: Ein Staplerfahrer war damit beschäftigt Behälter in Regalen zu ordnen. Hierbei übersah er offensichtlich beim Rangieren ein Hochregal und krachte dagegen. Zu allem Unglück verlor er dann auch noch die Kontrolle über sein Fahrzeug und fuhr in eine Gruppe mit Chemikalien gefüllte Fässer und begrub mehrere Personen darunter. Durch die Wucht des Aufpralls kippte auch das Hochregal um, Fässer und Behälter stürzten zu Boden und verletzte Menschen, die in den Trümmern liegen blieben.

Sofort wurden Rettungskräfte alarmiert, die nun die Aufgabe hatten nicht nur 10 verletzte Menschen in Sicherheit zu bringen, sondern auch noch auslaufende Gefahrstoffe zu analysieren und eine mögliche Kontaminierung der Umwelt zu verhindern. Bei solch großen Einsätzen und Chemie Unfällen kommt die Analytische Task Force kurz ATF aus Dortmund zum Einsatz. Deren Aufgabe ist es nun die chemischen Stoffe zu analysieren und möglichen Gefahren einzuschätzen. Auch wenn in Chemiewerken die Lagerung von Stoffen so gewählt ist, dass im Falle eines Unfalls ein Mischen der Stoffe nicht unweigerlich zur Katastrophe führt, reagieren viele Chemikalien unterschiedlich in Verbindung von Luft und Wasser. Es wurde ein Sammelpunkt eingerichtet, um die aus dem Gefahrenbereich gebrachten und verletzten Personen ärztlich zu versorgen und anschließend in umliegende Krankenhäuser einzuliefern. Teilweise mussten Personen unter schwerem Atemschutz aus dem Gebäude gerettet werden.

An dieser Übung nahmen rund 190 Einsatzkräfte aus Nordhessen teil. In wie weit die Verantwortlichen mit den Maßnahmen der der Helfer zufrieden waren, wird sich erst im Rahmen von Nachbesprechungen zeigen. Brenntag ist ein Chemiekonzern mit insgesamt 580 Standorten in der ganzen Welt, so auch hier in Lohfelden. Oberste Priorität hat die Sicherheit der Mitarbeiter und die Umwelt. Chemikalien zu lagern setzt hohe Erwartungen in Sicherheit und Technik. Die größte Sicherheitslücke in diesem System ist der Mensch. Um mit solchen möglichen Problemen klar zu kommen, stellt das Unternehmen Rettungs- und Einsatzkräften Teile des Unternehmens zur Verfügung, um Übungen durchführen zu können, wenn es doch einmal zum Unfall kommen sollte.

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