Vollsperrung durch Schweinelaster

Kassel. Aus noch nicht geklrter Ursache war am Sonntag, d. 22.03.2008 gg. 15:55 Uhr ein groer, voll mit Schweinen ausgelastet

Kassel. Aus noch nicht geklrter Ursache war am Sonntag, d. 22.03.2008 gg. 15:55 Uhr ein groer, voll mit Schweinen ausgelasteter Viehtransporter (Lastkraftwagen und schwerer Anhnger) auf der BAB A 7 bei km 334,2 (etwa Hhe Malsfeld in Richtung Sden) umgestrzt.

Der Fahrer des Zuges wurde bei dem Unfall leicht verletzt. Von den 180 Schweinen wurden nach bisherigen Erkenntnissen etwa 50 % gettet bzw. so schwer verletzt, dass sie von mehreren an der Unfallstelle eingesetzten Veterinrrzten vor Ort gettet werden. ber einen lngerer Zeitraum musste die Autobahn wegen entlaufener Tiere in beide Fahrtrichtungen voll gesperrt werden. Die aktuellen Umleitungsempfehlungen laufen / liefen ber die Rundfunkanstalten. Um 20.20 Uhr konnte die Vollsperrung in Richtung Nord aufgehoben werden. Nicht und leicht verletzte Tiere wurden auf andere Transporter umgeladen. Risiko Tiertransporte

Statistik belegt: extrem hohes Gefahrenpotential fr Verkehrsteilnehmer und Tiere

Von ULF SCHAUMLFFEL

Kassel. Die Unfallstatistik 2008 der Tierrechtsorganisation Animals' Angels belegt deutlich, dass die Tiertransporte auf Deutschlands Straen ein extrem hohes Gefahrenpotential bergen sowohl fr die Tiere auf den Transportern als auch fr nichts ahnende Verkehrsteilnehmer.Nach einer statistischen Prfung von ausgewhlten 100 Unfllen im Jahr 2008, bietet sich folgendes Bild: 40.890 Tiere waren betroffen, 13.430 starben. Es starben auch mehrere Verkehrsteilnehmer, darunter ein Kind. Die Ursachen waren meist mangelnde Aufmerksamkeit der Fahrer, berlastung der Fahrzeuge oder zu schnelles Fahren. Auffahrunflle sind ebenfalls sehr hufig. Tiertransporte stellen ein erhebliches Risiko im Straenverkehr dar und verursachen enorme Kosten durch den Einsatz von Rettungskrften, Feuerwehr und Polizei. Animals' Angels fordert deshalb die sofortige Verkrzung von Tiertransporten auf acht Stunden und strenge Kontrollen der Fahrzeuge, der Lenkzeiten und der Beladedichte, um das Leid der Tiere zu mindern und das Gefahrenpotential fr alle Verkehrsteilnehmer zu verkleinern.

Unterschiedliche Fahrzeiten

Die Verordnung sieht je nach Tierart unterschiedliche Fahrtzeiten vor: noch nicht entwhnte Tiere, d. h. Tiere, die noch gesugt werden (9 Stunden Transport, dann 1 Stunde Ruhezeit mit Trnke, dann 9 Stunden Transport), Schweine (24 Stunden Transport bei stndigem Zugang zu Trinkwasser), Pferde (24 Stunden Transport mit Trnke alle 8 Stunden), Rinder, Schafe und Ziegen (14 Stunden Transport, dann 1 Stunde Ruhezeit mit Trnke, dann 14 Stunden Transport). Die genannten Transportabschnitte knnen wiederholt werden, wenn die Tiere an einer zugelassenen Kontrollstelle entladen, gefttert und getrnkt werden und 24 Stunden Ruhezeit haben. Ob der Schweinetransporter, der am Sonntag-Nachmittag auf der A7 bei der Anschlussstelle Malsfeld Ostheim berladen war, oder zu schnell gefahren ist, ist derzeit noch unklar.

Ehemaliger Tiertransport-Fahrer packt aus

Ein Insider und ehemaliger Tiertransportfahrer berichtet aber gegenber dem EXTRA TIP: Die Fahrtzeiten bei Tiertransporten werden oft berschritten. Ruhezeiten fr Fahrer und Tiere kaum eingehalten. Man sei als Fahrer unter starkem Zeitdruck, weil die Tiere schnellstmglichst zum Zielort gebracht werden mssten. Und: Obwohl beispielsweise bei Schweinetransport eine stndige Trinkversorgung gewhrleistet sein msse, funktioniere die oft nicht. Daher werden die Tiere oft unruhig. Was wiedrum dazu fhren kann, dass der LKW unstabil wird und umkippen kann.

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