Die webbasierte Therapie-App

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Dr. Alexander Wolff von Gudenberg.

Kasseler Stottertherapie-Leiter Dr. Alexander Wolff von Gudenberg präsentierte auf dem eHealth Kongress in Frankfurt den ersten Prototypen einer webbasierten Therapie-App der KST.

Bad Emstal.  Mehr als 250 Fachleute diskutierten jetzt auf dem eHealth Kongress in Frankfurt über neueste Entwicklungen und innovative Ansätze aus Telemedizin, e- und mobile Health. Mit dabei war auch ein Projekt der Kasseler Stottertherapie (KST). KST-Leiter Dr. Alexander Wolff von Gudenberg präsentierte auf dem Kongress den ersten Prototypen einer webbasierten Therapie-App der KST. Diese „SpeechAgain“ genannte Software zur Selbsttherapie kann es zukünftig ermöglichen, den Therapeuten zu ersetzen. Dieses Projekt wurde vom Land Hessen und der EU gefördert und kürzlich auch für das vom BMWi initiierten Mentorenprogramm „German Accelerator Tech“ in New York ausgewählt. Ziel ist es im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ Investoren und Netzwerke für die Fertigstellung und die internationale Verbreitung zu finden. Die Version baut auf der in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse entwickelten reinen Online-Therapie der KST auf, bei der aber immer ein Therapeut auf der anderen Seite dabei ist. Während die klassische Präsenztherapie der KST, die 1996 von Dr. Wolff von Gudenberg gegründet wurde, vom Patienten eine Anwesenheit vor Ort erfordert, lässt sich die Online-Therapie bundesweit nutzen. Im virtuellen Therapieraum können Teilnehmer in Einzel- oder Gruppensitzungen von einer persönlichen Betreuung profitieren. „Mit Online-Angeboten dieser Art können auch sprachtherapeutisch schlecht versorgte Regionen dieser Welt zukünftig versorgt werden", betont Dr. Wolff von Gudenberg.

Selbst Betroffener

Als Betroffener dieser vorwiegend genetisch bedingten Redeflussstörung kennt er den Leidensdruck, der mit dem Handicap verbunden ist. So wie rund 800.000 weitere Menschen in Deutschland. „Patienten durchlaufen häufig über Jahre hinweg einen regelrechten Marathon diverser Behandlungen“, so Wolff von Gudenberg. Und das „ohne eine wirkliche und dauerhafte Verbesserung ihrer Sprechflüssigkeit zu erwirken“. Die Erfolge der Kasseler Stottertherapie wurden von unabhängigen Wissenschaftlern evaluiert.

Internationale Marktchancen

„Ein Werdegang wie aus dem Bilderbuch“ freut sich auch Dr. Rainer Waldschmidt, Geschäftsführer der Hessen Agentur GmbH und der Hessen Trade & Invest GmbH (HTAI). Die Hessen Agentur hat die Vorarbeiten zur automatisierten Auswertung von pathologischer Sprache begleitet, die das Institut der Kasseler Stottertherapie in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg durchgeführt hat. „Solche innovativen Lösungsansätze tragen dazu bei, eine gute medizinische und therapeutische Versorgung zu erhalten. Und für die Hessische Wirtschaft und unsere hessischen Unternehmen sind damit große internationale Marktchancen verbunden.“

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