Tod auf der Weide

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St.Ottilien. Raubtier tötete die Muffel von Horst Jakob – er vermutet, dass ein Luchs die Tiere gerissen hat.

St. Ottilien. Horst Jakob nimmt sein Gewehr und drückt ab, das Tier, ein Muffel, ist sofort tot. Horst Jakob ist zwar Jäger, doch das Tier stand auf seinem Grundstück. Dort wo es sicher sein sollte. Der Schuss beendet das, was ein Raubtier in der Nacht nicht zu Ende gebracht hat. Seit dem Angriff stand das Muffel – eine Wildschaf-Art – mit heraushängenden Organen auf der Wiese. "Mit dem Schuss habe ich das Leid des Tiers beendet", erklärt er. Doch das Muffel stand nicht allein auf der Weide, die anderen drei Tiere lagen bereits tot am Zaun. An einem hatte der Angreifer seinen Hunger gestillt, doch mehr als die hintere linke Keule verspeiste er nicht.

Seit etwa 25 Jahren hält Jakob Muffel, "aber so etwas  habe ich in der Zeit noch nicht erlebt, dass alle Tiere in einem Gehege getötet wurden", so Jakob. Er selbst verdächtigt einen Luchs, der die Muffel gerissen haben soll. "Seit der Luchs vor vier Jahren hier in meinem Jagdrevier bei St. Ottilien aufgetaucht und auch von Spaziergängern immer wieder gesichtet wurde, gibt es Probleme. Inzwischen sind kaum noch Rehe im Wald", erklärt er. Und weiter: "Hätte das Tier nur ein Muffel gerissen, würde ich mich nicht aufregen, aber gleich alle vier, das ist zu viel."

Bestätigt ist, dass vor vier Jahren ein Luchs in dem Gebiet gesichtet wurde. Doch Ralf Meusel, Luchsbeauftragter von Hessen-Forst, hält es für unwahrscheinlich, dass ein Luchs für den Angriff verantwortlich ist.

"Bisher ist uns erst ein Fall nahe Melsungen bekannt, bei dem ein Luchs vor zwei Jahren ein Tier auf einer eingezäunten Weide getötet hat", erklärt Meusel. Und weiter: "Bei anderen Fällen, in denen ich selbst den Luchs als Angreifer vermutete, konnte der Verdacht aber nicht bestätigt werden und es stellten sich andere Tiere als Verursacher heraus." Auch im Fall Jakob kann laut dem Luchsexperten nur eine genaue Untersuchung zeigen, welches Tier die vier Muffel angegriffen hat. Jakobs These kann Meusel daher weder bestätigen noch widerlegen. So könnten laut Meusel auch wilde Hunde die Muffel angegriffen haben.

Dem Luchsbeauftragen selbst sind  drei erwachsene Luchse und drei Jungtiere bekannt, die sich im Gebiet von Hessisch Lichtenau bis zum Söhrewald aufhalten. St. Ottilien liegt genau in der Mitte. Die Jungtiere sind inzwischen eineinhalb Jahre alt und könnten sich schon bald eigene Reviere suchen. Geschlechtsreif werden die Luchse aber erst mit etwa drei Jahren.

Fest steht für Jakob nach dem Vorfall eins: "Neue Muffel werde ich mir nicht mehr auf die Weide stellen, wer weiß wie lang diese dann überhaupt zu leben hätten."    

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