Wenn Kinder und alte Menschen leiden

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Liebenau. Landwirte organisieren Hilfstransport in eine der ärmsten Gegenden Europas.

Liebenau/Calden. "Die lassen uns an der Grenze stehen bis zum Sankt Nimmerleinstag!" Die Helfer um die Landwirte Ottmar Rudert und Günter Rüdenklau haben bei ihren Hilfstouren Richtung Osten schon so einiges erlebt: Korrupte Grenzbeamte und Polizisten, raffgierige Amtsleiter, tagelange Aufenthalte im Niemandsland zwischen zwei Grenzposten. Trotzdem wollen sie auch in diesem Dezember wieder mit dem LKW nach Roman, einer kleinen Stadt im Grenzgebiet Rumänien/Moldawien – dem ärmsten Land Europas – einreisen.

Hierher will man die Sachspenden bringen, die zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus Nordhessen sowie eine Reihe von Institutionen aufgebracht haben. Und noch  aufbringen werden. Denn ab kommenden Montag können aktuell die  Spenden abgegeben werden! "Die Hilfsaktion ist, wie so viele andere auch, aus persönlicher Betroffenheit entstanden", erzählt Öko-Landwirt Ottmar Rudert. 2008 vermittelte ihm sein Verband in Zusammenarbeit mit moldawischen Universitäten einen Praktikanten – Vasilii Taucci  sollte in Ostheim in die Arbeitsweise des Öko-Landbaus eingeweiht werden. Schnell entwickelte sich eine Freundschaft; bei einem Gegenbesuch in Tauccis Heimat erlebten die Gäste dann die "unglaubliche Armut mitten in Europa".  Es fehlt an allem, "da muss man doch einfach was machen", beschlossen die Nordhessen und starteten zu Hause ihre Hilfsaktion. Die findet in diesem Winter zum vierten Mal statt und wird zudem von der Aktion Weihnachten im Schuhkarton in Bad Hersfeld  unterstützt. Unterstützt werden sie auch wieder von den Städten Liebenau und Calden, den Lions Hofgeismar, der Raiffeisenbank, vom Bauernverband, den Landfrauen Zwergen sowie von vielen mittelständischen Unternehmen aus der Region, wie Sprecher Schuhe aus Liebenau, dem Autohaus Müller, Ostheim; Lange Bedachungen, Borgentreich; dem Fuhrunternehmen Tolle & waitz, Calden; Baustoff Walther, Kassel und den Beck-Tankstellen, Kassel. Und natürlich von vielen Bürgerinnen und Bürgern. Weiterhin besonders dringend gebraucht werden Schuhe, Winterbekleidung für Erwachsene und Kinder, Fahrräder, Werkzeug aller Art, funktionierende Elektrogeräte, Spielsachen.

Wohin mit der Spende?

Vom 2. bis zum 12. Dezember können die Sachspenden abgegeben werden bei:Günter Rüddenklau, Kasseler Str. 35 b, Westuffeln;Tel. 0172 / 8432351Ottmar Rudert, Lamerder Str. 37, Ostheim; Tel. 0172 / 5651334Geldspenden: Ev. Kreditgenossenschaft Kassel  (BLZ 520 604 10), Kirchenkreisamt Hofgeismar-Wolfhagen, Konto-Nr. 2000 105, Verwendungszweck: Moldawienhilfe Ostheim(gegen Spendenquittung)

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