Wenn kleine Menschen keine Ruhe finden

Viele Kinder sind lebhaft, spontan und tun nicht immer das, was die Erwachsenen wollen. Ist ein Kind allerdings lnger als sechs Monate unaufmerk

Viele Kinder sind lebhaft, spontan und tun nicht immer das, was die Erwachsenen wollen. Ist ein Kind allerdings lnger als sechs Monate unaufmerksam, unruhig und impulsiv, kann es an ADHS leiden. Von dieser Diagnose spricht man, wenn die Aufflligkeiten bereits vor dem siebten Lebensjahr beobachtet wurden und deutlich ber das hinausgehen, was durch das Alter und den Entwicklungsstand erklrbar ist.

ADHS ist eine hufig auftretende psychische Strung. Nach Daten aus dem Kinder- und Jugendsurvey des Robert-Koch-Instituts sind etwa vier Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland davon betroffen. Bei Jungen wird die starke Zerstreutheit, Unruhe und Impulsivitt zwei- bis viermal hufiger festgestellt als bei Mdchen. Experten knnen die Strung anhand eines speziellen Kriterienkatalogs bei Kindern ab dem Alter von etwa sechs Jahren relativ gut diagnostizieren. Hufig fallen Kinder mit ADHS aber schon im Kleinkindalter durch Ruhelosigkeit und stndiges Zappeln auf.

Besonders schwierig ist das Grundschulalter. Dann stren betroffene Kinder oft den Unterricht oder stehen einfach auf. Sie halten sich vielfach nicht an Regeln, knnen sich nur kurz auf eine Sache konzentrieren und lassen sich schnell ablenken. Auerdem handeln sie oft unberlegt, unterbrechen andere und reden spontan dazwischen. Dazu haben viele ein geringes Selbstbewusstsein und werden bei Misserfolgen leicht aggressiv. Durch ihr Verhalten haben Betroffene meist Schwierigkeiten in der Schule, auerdem kann es ihre Beziehung zu Eltern, Geschwistern, anderen Kindern und Lehrern belasten. Nicht selten werden sie von ihren Mitschlern abgelehnt. Kinder mit ADHS sind genauso intelligent wie Gleichaltrige. Viele sind kreativ und knstlerisch begabt. Allerdings knnen sie durch ihre Hyperaktivitt, fehlende Aufmerksamkeit und Impulsivitt ihre tatschlichen Fhigkeiten weniger gut nutzen.

Zentraler Baustein der Behandlung ist die Information und Beratung der Eltern, des Kindes sowie des Erziehers oder Klassenlehrers. Zustzlich knnen ein Elterntraining, Interventionen im Kindergarten oder der Schule und verhaltenstherapeutische Anstze, bei denen positives Verhalten durch Belohnungen verstrkt wird, hilfreich sein. Sollten diese Manahmen nach mehreren Wochen beziehungsweise Monaten keinen Erfolg zeigen, ist bei ausgeprgter Symptomatik, die mit starken Einschrnkungen verbunden ist, eine zustzliche medikamentse Behandlung zu erwgen.

Die Ursachen der ADHS sind noch nicht vollstndig geklrt. Neben genetischen spielen vermutlich auch umweltbedingte Faktoren eine Rolle. Wie sich Kinder mit ADHS entwickeln, hngt auch von ihrem sozialen Umfeld ab. Achten die Eltern beispielsweise auf klar strukturierte Ablufe wirkt sich dies positiv auf seine Entwicklung aus. Wichtig ist es, dass die Eltern die positiven Beziehungen zu ihrem Kind strken und so oft wie mglich eine angenehme Zeit mit ihm verbringen. Entscheidend sind auerdem klare Regeln, die Kindern mit ADHS Halt und Orientierung geben.

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