„Wirtschaft integriert“ zeigt wie Integration gelingen kann

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An einem Kompressor für die Verdichtung von Edelgasen (v.l.): César Alfonso Tomás Martinez, geschäftsf. Gesellschafter der sera Gruppe, sera-Chef Carsten Rahier, Akram Mohammadi, Zakarie Ali Abukar, Projektkoordinatorin Felicia Westermann und Arbeitgeberverbandsvertreterin Frauke Syring.

sera GmbH Immenhausen bildet im Rahmen des Projektes „Wirtschaft integriert“ Flüchtlinge aus.

Immenhausen. sera ist eines von über 20 Unternehmen in der Region Kassel, das jungen Flüchtlingen und Zugewanderten im Rahmen des Projektes „Wirtschaft integriert“ eine Ausbildung ermöglicht. „Viele dieser Menschen sind aus der Not und schwierigen Verhältnissen zu uns nach Deutschland geflüchtet. Wir bei sera sehen es als unsere humanitäre und gesellschaftliche Verantwortung an, diesen Menschen zu helfen und ihnen eine Chance für eine lebenswerte Zukunft zu geben, die sie aktiv und selbstständig gestalten können“, kommentiert der geschäftsführende Gesellschafter der sera Gruppe in Immenhausen, Carsten Rahier.

Für die 20-jährigen Akram Mohammadi aus Afghanistan und Zakarie Ali Abukar aus Somalia sowie César Alfonso Tomás Martinez (24 Jahre), geborener Mexikaner mit spanischer Staatsbürgerschaft, hat im Sommer 2017 die Ausbildung bei sera begonnen. Die drei jungen Männer nehmen seit Mai bzw. August 2016 am Projekt „Wirtschaft integriert“ des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung teil und werden bei sera zu Fachkräften für Metalltechnik bzw. zum Mechatroniker ausgebildet. Koordiniert wird das Projekt in der Region Kassel und Bad Hersfeld vom Bildungswerk der nordhessischen Wirtschaft, dem Verein für Sozialpolitik, Bildung und Berufsförderung (VSB).

„Wirtschaft integriert“ 

Alle Drei sind sich einig: In dem Projektjahr „Wirtschaft integriert“ haben sie ihre Deutschkenntnisse enorm verbessern können, haben erlebt, wie ein Metall- und Elektro-Unternehmen funktioniert und dabei das deutsche Berufsleben kennengelernt. Akram: „Wir sind froh, dass wir einen Ausbildungsvertrag unterschrieben haben und nun auf unser nächstes Ziel - den Berufsabschluss - hinarbeiten können.“ Während ihrer Ausbildung bei sera werden sie weiterhin von „Wirtschaft integriert“ betreut. Im Rahmen der Ausbildungsbegleitung ABplus unterstützen Pädagogen und Lehrkräfte des VSB die drei „seraner“ dabei, ihren Berufsabschluss zu meistern.

Der VSB setzt das Projekt seit Mai 2016 um. In Kassel nehmen aktuell knapp 80 Flüchtlinge und Zugewanderte zwischen 16 und 27 Jahren an einem der drei Projektbausteine von „Wirtschaft integriert“ teil. Von den 29 Teilnehmern, die im vergangenen Jahr die Einstiegsqualifizierung durchlaufen haben, wurden 20 Teilnehmer in diesem Sommer direkt in eine Ausbildung übernommen.

Felicia Westermann ist Koordinatorin beim VSB und steuert die Projekte für Kassel und Bad Hersfeld. Für sie ist „Wirtschaft integriert“ ein Erfolgsmodell, wie Integration gelingen kann. „Berufliche Integration wird durch zwei Faktoren angetrieben: junge, motivierte Menschen, die ihren Weg gehen möchten und engagierte Betriebe, die diesen Menschen die Türen öffnen. ´Wirtschaft integriert´ vereint diese beiden Faktoren und begleitet den Weg mit Sprachförderung und pädagogischer Betreuung“. An die Wirtschaft appelliert sie, Plätze für die Einstiegsqualifizierung bereit zu stellen, um dem bevorstehenden Fachkräftemangel aktiv entgegen zu treten.

Hintergrund „Wirtschaft integriert“

Wirtschaft integriert ist ein Projekt des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung und wird gefördert aus Mitteln des Landes Hessen, des Europäischen Sozialfonds, der Agenturen für Arbeit sowie der Jobcenter. Kooperationspartner sind zudem die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit, der Hessische Handwerkstag und die Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Industrie- und Handelskammern. Mit „Wirtschaft integriert“ wird in Hessen der erfolgreiche Berufsabschluss für junge Flüchtlinge und andere junge Menschen mit erhöhtem Sprachförderbedarf realistisch. Durch eine aufeinander aufbauende Förderkette werden die jungen Menschen an eine betriebliche Ausbildung herangeführt und bis zum Berufsabschluss begleitet. Der Weg zur Ausbildung beginnt mit der dreimonatigen Berufsorientierung BOplus. Hier sollen die beruflichen Vorlieben festgestellt und fachliche Fertigkeiten ermittelt werden. Ziel ist es, im Anschluss mit einer Einstiegsqualifizierung EQplus in dem ausgewählten Beruf zu beginnen. Die Einstiegsqualifizierung dauert 6-12 Monate und bereitet die jungen Menschen auf die Anforderungen der Ausbildung vor.

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