Wirtschaftsabend: 160 Jahre Stadtsparkasse Grebenstein

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Ökonomie und Politik im Mittelpunkt des Wirtschaftsabend der Stadtsparkasse Grebenstein.

Grebenstein. Das passiert auch nicht alle Tage: Man erhält eine Teilnahmezusage der Staatssekretärin für Wirtschaft und Energie und dann kommt ein Staatssekretär. So geschehen beim Nordhessischen Wirtschaftsabend, zu dem die Stadtsparkasse Grebenstein anlässlich ihres 160-jährigen Jubiläums am Montag Abend in die Kulturhalle Grebenstein eingeladen hatte. „Brigitte Zypries ist am 27. Januar 2017 als Bundesministerin für Wirtschaft und Energie ins Kabinett von Angela Merkel berufen worden“, erläutert Björn Grommek, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse Grebenstein. „Wir freuen uns aber, mit ihrem Nachfolger Dirk Wiese, einen ebenso kompetenten Referenten begrüßen zu können.“ Der parlamentarische Staatssekretär war nicht der einzige hochkarätige Redner in der Kulturhalle. Auch Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Deka Bank / Deutsche Girozentrale, folgte der Einladung der Grebensteiner Sparkasse. “

Die Gäste in der vollbesetzten Kulturhalle erlebten eine Veranstaltung, die bewies, dass ökonomische Themen durchaus unterhaltsam und pointiert dargestellt werden können. Mit einem kurzen Film über die aktuellen Brennpunkte von Politik und Wirtschaft – Brexit, Trump, Draghi, Griechenland, NATO und Russland. Und mit eloquentenRednern, die klare Worte bevorzugten.

EU-Bürokratie als Selbstzweck

So monierte Grebensteins 1. Stadtrat Horst Wolff als stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrates der Jubiläums-Sparkasse das „unerträgliche Ausmaß der Regulierungsdichte für Kreditinstitute“ seitens der EU. Ein Punkt, der auch Björn Grommek veranlasste, noch einmal das Wort zu ergreifen: „Ich habe das Gefühl, in Brüssel herrscht Bürokratie als Selbstzweck. Die quälen Unternehmen mit Meldebögen und immer absurderen Regularien, kriegen es aber nicht hin, innereuropäische Konflikte zu lösen. Vielleicht sollte man dort die Schwerpunkte mal anders setzen.“ Ein Stichwort, das Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke aufnahm. „Das Vertrauen der Menschen in Institutionen ist wichtig, gerade in Zeiten des Wandels. Wie anders hätte die Stadtsparkasse Grebenstein 160 Jahre bestehen können, wenn sie nicht das Vertrauen der Menschen hätte.“

Ära der Industriearbeit geht zu Ende

Darauf kam auch Dr. Ulrich Kater in seinem Ausblick auf die Weltökonomie zurück: „Ihre Sparkasse hat zwei Kriege und zwei Währungsreformen überlebt, sie wird auch Trump überleben.“ Am Beispiel eines „Staates Grebenstein“ setzte er dann einen „Kontrapunkt zu den Trends moderner Politik weg von Währungsräumen und Freihandelsabkommen hin zu Alleingängen und Zollgrenzen.“ Brexit-Befürworter würden sich täuschen, wenn sie glauben, die Vorteile überwiegen. „Wenn sie über Abkommen mit der EU verhandeln, kommen sie an der Tatsache nicht vorbei, dass derjenige die Macht hat, der den größeren Markt besitzt.“ Dr. Ulrich Kater unterstrich, dass die Ära der Industriearbeiter zu Ende geht. Die Industriearbeit mache nur noch den geringsten Teil der Kosten eines Produktes aus. Wir leben in einer globalen Produktions- und Handelsstruktur und bewegen uns auf eine Virtualisierung der Welt hin. „Dieser Übergang macht sehr vielen Menschen Angst, deshalb müssen sie von den poltisch Verantwortlichen korrekt informiert und mitgenommen werden“, so der Deka Bank Chefvolkswirt.. „Die Bürger erleben die globalen Veränderungen als etwas Bedrohliches, obwohl die deutsche Wirtschaft nach wie vor ein solides Wachstum vorweisen kann“, bestätigte der Parlamentarische Staatssekretär Dirk Wiese. „Die Bewältigung der kommenden Aufgaben kann nur in einem Miteinander gelingen“.

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