Wolfhagen ist vorn

Von RAINER HAHNE Wolfhagen/Kassel. Besondere Anlässe erfordern besondere Maßnahmen. Um auf die erfolgreichste Gemeinde im Agenturbezirk Kassel auf

Von RAINER HAHNE

Wolfhagen/Kassel. Besondere Anlässe erfordern besondere Maßnahmen. Um auf die erfolgreichste Gemeinde im Agenturbezirk Kassel aufmerksam zu machen, verlegte die Agentur für Arbeit eine Pressekonferenz in den Wald bei Wolfhagen.

Schon die Anfahrt war ein Erlebnis. Quer durch den Altkreis Wolfhagen, zum Teil über noch unberührte tief verschneite Straßen, dann einen langen Berg hoch, den Ofenberg. Und oben in der idyllisch gelegenen Wolfsschänke wurde über die Arbeitslosenquote informiert.

"Ich habe Bürgermeister Reinhard Schaake 2005 versprochen, dass ich mit ihm anstoße, wenn die Arbeitslosenquote in Wolfhagen  vier Prozent erreicht", erinnerte sich Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke. "Das war damals die Definition von Vollbeschäftigung und schien völlig unerreichbar. Und jetzt sitzen wir hier und stoßen an."

Wie das geklappt hat? "Ein Patentrezept habe ich auch nicht in der Tasche", ist Schaake bescheiden. "Aber bei uns wird Unternehmen, die erweitern oder sich neu ansiedeln wollen, schnell und zügig bei der Realisierung ihrer Ideen geholfen."

Das gelte insbesondere für den interkommunalen Gewerbepark Hiddesser Feld an der A 44, der mit der Gemeinde Breuna und  Bürgermeister Klaus-Dieter Henkelmann und den Entscheidungsträgern des Landkreises und des Regierungspräsidiums schnell und reibungslos aufgebaut worden sei. Wichtig für die Spitzenstellung Wolfhagens sei aber auch die gelungene Ansiedlung mehrerer Firmen aus zukunftsweisenden Sektoren wie Energy Glas GmbH, Kuntschar und die neue Seniorenpflegeeinrichtung auf dem Teichberg gewesen.

"Produktionsfirmen auf dem regenerativen Energiemarkt passen außerdem hervorragend in die Ausrichtung Wolfhagens. Bis 2015 wollen wir unseren Strom eigenständig zu hundert Prozent aus erneuerbaren Energien gewinnen", freut sich Schaake noch heute über den Gewinn der Förderinitiative "Wettbewerb energieeffiziente  Stadt" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Detlef Hesse, Leiter der Kasseler Agentur für Arbeit, kann diese erfreuliche Entwicklung in Wolfhagen nur unterstreichen. "2005 waren 2400 Wolfhager arbeitslos, heute sich es 800, vier statt 12 Prozent. Das sind 96 weniger als noch vor einem Jahr." Überhaupt nehme die Technologisierung und Globalisierung des Arbeitsmarktes zu, so Hesse. "Die Arbeitsmarktakteure der Region müssen sich dieser Dynamik stellen." Hinzu komme, das der Bedarf an Fachkräften und der Druck durch die Bevölkerungsentwicklung steige. "2014 werden zum letzten Mal Klassen in einer Größe eingeschult, wie wir sie zur Zeit kennen."

Es sei also nicht möglich, sich auf den Lorbeeren des Erreichten auszuruhen, so Hesse weiter. "Wir müssen allen Arbeitssuchenden eine Lebensperspektive bieten und sie in das Arbeitsleben integrieren."  Auch gelte es Arbeitskräftepotentiale in der Region zu heben. Nirgends in Deutschland sei zum Beispiel die Quote von Frauen, die in Lohn und Brot stehen, so niedrig wie in Kassel. Das müsse genau untersucht werden, bevor man Arbeitskräfte aus dem Ausland hole.

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