Wolkenkunst beim Windkunstfestival "bewegter wind 2018"

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Hier entsteht eines der Kunstprojekte zum Thema "Clouds - Wolken" beim Windkunstfestival.

Am Sonntag beginnt das Windkunstfestival "bewegter wind 2018". Diesmal nehmen knapp 70 Künstler von der ganzen Welt teil, um ihre ganz eigene Interpretation zum Thema "Clouds - Wolken" an landschaftlich herausragenden Orten zu präsentieren.

Zierenberg/Habichtswald. Wolkenkunst ist nicht luftig leicht, sondern mitunter auch Knochenarbeit: Knapp 70 Künstlerinnen und Künstler aus allen Teilen der Welt kommen seit Montag in der Gemeinde Habichtswald und in Zierenberg zusammen, um ihre Objekte für das Windkunstfestival „bewegter wind“ zu installieren, das am kommenden Sonntag, 19. August, beginnt. Insgesamt zeigt die internationale Kunstausstellung unter freiem Himmel 32 Installationen, 34 Skulpturen, acht Performances und 11 Videos – und zwar an landschaftlich herausragenden Orten.

Zugucken in der Aufbauwoche

Dazu Kuratorin Reta Reinl, die das Windkunstfestival bereits zum neunten Mal in Nordhessen organisiert: „Während der Aufbauwoche herrscht eine ganz besondere Stimmung voller Aufregung und Vorfreude! Die Künstler suchen die ideale Präsentation für ihre Arbeiten und bauen ihre Objekte in der Landschaft auf – öffentlich. Wer dabei zuschauen oder auch mithelfen möchte, ist herzlich willkommen!“ Anpacken und beispielsweise mit der Spitzhacke ein Loch in den steinigen Boden schlagen oder dank Ortskenntnis wertvolle Tipps zur Platzierung geben – das gemeinschaftliche Realisieren von Kunst hat beim „bewegten wind“ bereits Tradition. Reta Reinl sagt: „Die Aufbauwoche bietet Kunstinteressierten einen neuen Zugang zur Kunst, denn sie können hervorragenden Künstlern bei der Arbeit über die Schultern schauen – und sogar am Entstehungsprozess mitwirken.“

Kunstexpertise hoch drei: Dr. Carola Schneider, Doris Conrads und Reta Reinl (v.l.) haben die Kunstwerke ausgewählt.

Künstler zwischen Poesie und Politik

Mal ästhetisch, mal kritisch: Das diesjährige Leitthema „Clouds – Wolken“ hat 67 Künstler aus 21 Ländern inspiriert. „Die Vielfalt der Arbeiten ist beeindruckend“, betont Reta Reinl. „Künstler mit völlig unterschiedlichen kulturellen Hintergründen haben das Thema Wolken aus allen Perspektiven beleuchtet.“ So befasst sich die mazedonische Künstlerin Irena Paskali in ihrer berührenden Videoinstallation mit der Not von geflüchteten Menschen, die an der Grenze vor Griechenland festsitzen – während die Wolken mühelos und unaufhaltsam Ländergrenzen passieren.

Marc Limousin aus Frankreich lenkt mit seiner Arbeit „The Stop“ behutsam den Blick auf das Thema Klimawandel: Aus recycelten Taunetzen, die in den Alpen eingesetzt wurden, hat er eine Wolke geschaffen. Ermüdet legt die Wolke einen Zwischenstopp auf dem Teich von Schloß Escheberg ein, anstatt am Himmel weiter zu ziehen. Gleichzeitig weist dieser Ausstellungsort auf einen besonderen lokalen Bezug hin: Denn auf Schloss Escheberg entstand das bekannte Volkslied „Der Mai ist gekommen“, in dem es heißt: „Wie die Wolken dort wandern am himmlischen Zelt …“

Der „bewegte wind“ macht Nordhessen alle zwei Jahre zu einem einzigartigen Künstlertreffpunkt. 22 der teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler sind in diesem Jahr bereits zum wiederholten Mal dabei. So auch die Kölner Künstlerin Beate Gördes, die sich bereits im Jahr 2004 beim ersten „bewegten wind“ präsentierte. Auch ihre Videoinstallation hat einen politischen Kontext: Eine Flagge der USA flattert im Wind – untermalt von mexikanischer Festmusik.

Wer sich eingehend mit den diesjährigen Künstlern und ihren Arbeiten beschäftigen möchte, kann an einer Führung teilnehmen und dabei Hintergründe zu den Künstlern, Exponaten und zu lokalen Bezügen erfahren. Eine Führung in Gebärdensprache kann über das Naturparkzentrum Habichtswald gebucht werden. Aber auch auf eigene Faust können die Besucher Kunst- und Naturgenuss verbinden – die Windkunstausstellung ist kostenfrei und immer geöffnet! Eine Karte mit Exponaten und Wanderrouten kann auf der Website www.bewegter-wind.deunter „Aktuelles“ heruntergeladen werden.

Das Naturparkzentrum Habichtswald zeigt bereits jetzt eine Fotoausstellung mit den Highlights der vergangenen Windkunstfestivals in Nordhessen.

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