Die Würfel sind gefallen

Hofgeismar.  Die Würfel sind gefallen. In Hofgeismar. Vor über 600 Jahren und vor wenigen Tagen. Um 1400 beendeten sie dort Krieg und zermürbende

Hofgeismar.  Die Würfel sind gefallen. In Hofgeismar. Vor über 600 Jahren und vor wenigen Tagen. Um 1400 beendeten sie dort Krieg und zermürbende Belagerung, jetzt soll ihnen ein Denkmal gesetzt werden: Zwei lebensgroße Bronzefiguren, dazwischen eine Mauer, auf der der siegreiche 18 Augen-Wurf des Hofgeismarer Ratsherrn liegt, geschaffen von der Grebensteiner Künstlerin Karin Bohrmann-Roth.

Einzigartige Geschichte

"Das Thema treibt uns schon lange um", verrät Helmut Burmeister, Vorsitzender des Zweigvereins Hofgeismar des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde, der gleichzeitig Stellvertreter des Vorsitzenden des Hofgeismarer Heimat- und Verkehrsvereins ist. Wilfried Eckart steckt das Ziel ab, dass man seit Jahren verfolgt: "Die Geschichte der Stadt durch Denkmäler erlebbar machen." Dabei möchte man das Wort wörtlich genommen wissen: "Halte mal inne, denk mal darüber nach, mache dir eine bestimmte Situation bewusst. Wir möchten aber auch der Bevölkerung deutlich machen, in welchem kulturellen Erbe sie lebt und einen Bezug zur eigenen Geschichte herstellen." Eine Idee mit Tradition. "Angefangen hat es", erinnert der HVV-Vorsitzende, "als man sagte, wir brauchen etwas, was die Geschichte der hier angesiedelten Hugenotten und Waldenser sichtbar macht." Die Lösung: Eine Statue des ersten Pfarrers der französisch-reformierten Gemeinde, David Clément gegenüber der Neustädter Kirche.Auch der Brunnen am Töpfermarkt beruht auf dieser Grundidee. So wie das Schöneberger Dorothea-Viehmann-Denkmal. Für Eckart das "klassische Beispiel, dass es wunderbar gelingt, in einer Darstellung eine Geschichte zu erzählen". Ein Lob, das er deutlich an Karin Bohrmann-Roth adressiert. Die Grebensteiner Künstlerin soll nun auch der Würfelturm-Sage ein Denkmal setzen.

Das Modell, das die Bildhauerin und Dozentin für Plastisches Gestalten jetzt präsentierte, sei "ein überzeugendes Ergebnis". Ein Verlierer mit weichen Knien, ein Gewinner in selbstbewusster Pose. "Der Hofgeismarer Ratsherr macht einen hochzufriedenen Eindruck. Er hat die 18 gewürfelt. Der Hauptmann der Belagerer-Truppen ist total gefrustet: 17. Was passiert ihm, weil er verloren hat?", interpretiert Eckart. "Ich arbeite viel mit Körpersprache. Sie ist mir wichtig", bestätigt Bohrmann-Roth, die nach dem offiziellen Startschuss "je nach dem wenigstens drei Monate" brauchen würde, um das Modell in lebensgroße Gipsfiguren umzusetzen, die schließlichin Bronze gegossen würden. Für sie soll der Brunnen in der Marktstraße weichen. Bis dahin wird allerdings noch Zeit vergehen. "In diesem Jahr wird es gewiss nichts mehr", ist sich Eckart sicher.

Spender gesucht

Da auch dieses Denkmal über Spenden finanziert werden solle, müsse man "überzeugen, dass es richtig und wichtig ist, zu spenden". Die Initiatoren, die rund 30.000 Euro veranschlagen, gehen mit gutem Beispiel voran. Der Heimat- und Verkehrsverein spendet 2000 Euro, der Geschichtsverein ebenfalls. Wer seinen Teil beisteuern möchte, kann bei den in Hofgeismar ansässigen Banken auf ein Konto der Stadt (Stichwort: Denkmal Würfelturmsage) einzahlen und erhält automatisch eine Spendenquittung.

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