In Zeiten von Corona: Krisenmanagement des Landkreises

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Schön weit auseinander:  Kreisbrandinspektor Sebastian Mazassek, Landrat Uwe Schmidt und Vizelandrat Andreas Siebert (in der 1. Reihe sitzend) sowie die Vertreter der Fachbereiche des Landkreises Kassel im VHS-Saal im Kreishaus.

Der Verwaltungsstab mit Vertretern aus verschiedenen Fachbereichen tagt regelmäßig.

Landkreis. Am 10. März 2020 gab es den ersten bestätigten Corona-Fall im Landkreis Kassel. „Wir hatten aufgrund der auch in Hessen ansteigenden Zahlen an Corona-Erkrankten bereits eine Woche vorher entschieden, das Krisenmanagement des Landkreises hochzufahren – am 11. März hat unser Verwaltungsstab Corona das erste Mal getagt“, berichtet Vizelandrat Andreas Siebert über die veränderten Arbeitsabläufe in der Kreisverwaltung in den letzten Wochen. Die Arbeitsweise der Kreisverwaltung hat sich seit Mitte März einschneidend verändert. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten von zuhause aus. Die Bürgerinnen und Bürgern kontaktieren die Kreisverwaltung fast ausnahmslos per Mail oder per Telefon. „Der Verwaltungsstab Corona hat in der letzten Woche täglich getagt und aktuell treffen uns jeden zweiten Tag“, informiert Siebert. Der Verwaltungsstab sei im Moment „unser wichtigstes Kriseninstrument“. Teil der Gefahrenabwehr des Landkreises Der Verwaltungsstab ist ein Gremium, das aus der Verwaltungsspitze und unterschiedlichen Fachbereichen der Kreisverwaltung sowie aus Vertretern des Gesundheitsamts Region Kassel, der Polizei und einer Verbindungsperson zum Verwaltungsstab der Stadt Kassel besteht. Er ist Teil der Gefahrenabwehr des Landkreises Kassel und befasst sich mit administrativ-organisatorischen Aufgaben. Ein Verwaltungsstab kann einberufen werden, wenn eine Behörde zusätzlich zu ihren Aufgaben plötzlich mit einem übergreifenden Thema befasst ist und dieses zu bearbeiten hat. Beim Landkreis Kassel sind regelmäßig die Fachbereiche Schule, Öffentlicher Personennahverkehr, Jugend, Veterinärwesen und Verbraucherschutz, Soziales, Innere Verwaltung, Finanzen, Immobilienmanagement und Aufsicht und Ordnung sowie die Pressestelle im Verwaltungsstab dabei. Außerdem ist der Leiter des Eigenbetriebs Abfallentsorgung und ein Vertreter des Personalrats mit von der Partie. Koordiniert wird die Arbeit des Verwaltungsstabes vom Fachbereich Brand- und Katastrophenschutz – „die Koordination liegt bei unserem Kreisbrandinspektor Sebastian Mazassek“, so Siebert weiter. Beobachten, um schnell reagieren zu können „Die Entwicklungen der Corona-Pandemie werden ständig beobachtet, sodass wir schnell reagieren können“, fährt der Vizelandrat fort: „Wir tauschen uns aus und treffen Entscheidungen“. Damit bleibe die Kreisverwaltung auch in dieser Krise nah an den Bürgerinnen und Bürgern und handele, so gut es unter den gegebenen Umständen möglich ist, in deren Interesse. Siebert selbst hält über regelmäßige Telefonkonferenzen Kontakt zu den Bürgermeistern der 28 kreisangehörigen Kommunen: „Damit ist sichergestellt, dass auch Fragen und Anregungen aus dem Kreis der Bürgermeister schnell und effizient behandelt werden“. Gleiches gelte für Hinweise, die über das Bürgertelefon beim Landkreis eingehen. Alle Beteiligten bringen sich alle zwei Tage auf den aktuellen Stand aus ihrem Bereich, Herausforderungen und neue Lagen werden besprochen, Lösungen werden diskutiert und umgesetzt, Aufgaben werden verteilt. „Der ‚Verwaltungsstab Corona‘ ist unser strategisches Instrument in dieser Lage“, betont Siebert. Die Sitzungen des Verwaltungsstabs finden im Saal der Volkshochschule im Kreishaus Kassel statt. Bereits seit Wochen gibt die Sitzordnung vor, dass zwischen den Mitgliedern ein ausreichender Sicherheitsabstand eingehalten werden kann. „Die Abstände zwischen den Sitzplätzen sind groß. Desinfektions- mittel stehen uns zur Verfügung. Durch diese Maßnahmen stellen wir sicher, auch in der kommenden Zeit gesund und handlungsfähig zu bleiben“, berichtet der Vizelandrat. Der tägliche Arbeitsablauf von Landrat Uwe Schmidt und Vizelandrat Siebert wird aktuell auch von Telefon- und Videokonferenzen bestimmt. Gespräche der Landräte mit Ministerpräsident Volker Bouffier sowie anderen Mitgliedern der Landesregierung finden zurzeit auf diesem Weg statt. Seit Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie sind rund 200 Home-Office-Arbeitsplätze beim Landkreis geschaffen worden. „Für uns steht hier der Schutz der Mitarbeiter im Vordergrund und wir freuen uns, dass unsere EDV-Abteilung und der Personalservice hier flexibel fast alles ermöglichen“, berichten Schmidt und Siebert.

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