Zweitbeste Bilanz: Heinz-Walter Große, neuer Vorstandsvorsitzender von B.Braun, legt zum ersten Mal seine Zahlen vor

Von Andreas BernhardMelsungen. Das zweitbeste Konzernergebnis aller Zeiten konnte Heinz-Walter Große nach seinem ersten Jahr als Vorstandsvorsitzende

Von Andreas Bernhard

Melsungen. Das zweitbeste Konzernergebnis aller Zeiten konnte Heinz-Walter Große nach seinem ersten Jahr als Vorstandsvorsitzender von B.Braun bei der diesjährigen Bilanzpressekonferenz vorlegen. Der Medizintechnikriese aus Melsungen steigerte seinen Umsatz erneut um 4,2 Prozent. Dieser liegt für das Geschäftsjahr 2011 nun bei rund 4,6 Milliarden Euro. Damit bleibt das Unternehmen weiterhin auf Wachstumskurs. Der Gewinn vor Steuern sank jedoch leicht und auch der Konzernüberschuss ging um 7,8 Prozent zurück.

Leichte Kratzer in der glänzenden Bilanz

Große begründete diese leichten Kratzer in der sonst glänzenden Bilanz mit ungünstigen Wechselkursen, Anlaufkosten neuer Fabriken, Sparmaßnahmen staatlicher Kostenträger und gestiegenen Rohstoffpreisen. Sehr unterschiedlich entwickeln sich dabei derzeit die Märkte für das weltweit agierende und produzierende Unternehmen. Während nach Angaben Großes in Russland, Indien  und China Wachtumsraten von bis zu 30 Prozent erwirtschaftet wurden, stieg der Umsatz in Europa, wo Portugal, Spanien und Italien zu den Sorgenkindern gehören, nur um fünf Prozent.

Im Heimatmarkt Deutschland konnte B.Braun "unter schwierigen Marktbedingungen" den Umsatz um 4,2 Prozent steigern. Gar Umsatzverluste musste  der Konzern in Nordamerika hinnehmen.Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Große ein globales Umsatzwachstum von fünf bis sechs Prozent.

500 Millionen in der ,Kriegskasse’

"Manchmal", so sinnierte der neue Vorstandvorsitzende, "wäre es schon verlockend mit Milliarden neue Unternehmen aufzukaufen", doch werde der Konzern auch unter seiner Führung der Tradition des nachhaltigen Wachstums aus eigenen Mitteln treu bleiben.

Etwa 400 bis 500 Millionen Euro stehen dafür nach Aussage Großes in diesem Jahr zu Verfügung. Gestiegen ist auch die Mitarbeiterzahl. Weltweit arbeiten nun 43.676 Menschen für B.Braun. Am Stammsitz in Melsungen sind es derzeit 5.693, was eine erneute Zunahme um rund 100 Arbeitsplätze im Vergleich zu 2010 bedeutet.

Nur eine Frau im siebenköpfigen Vorstand

Nicht gestiegen ist dagegen die Zahl der Frauen im Vorstand. Annette Beller, zuständig für Vorstand Finanzen, Steuern und Controlling, ist die  einzige Frau im siebenköpfigen Führungsgremium.  Und das wird vorerst auch so bleiben, denn Große lehnt eine "Frauenquote" ab. Wichtiger, so betonte er, sei es die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei B.Braun weiter zu stärken.  Im Übrigen sei die Zahl der "Frauen in Führungspositionen" auch bei B.Braun gewachsen.

"Mit innovativen Produkten, modernen Produktionseinrichtungen und der Nähe zu unseren Kunden werden wir bestehende Marktanteile ausbauen", kündigt Große selbstbewusst an.Ungefragt äußerte er sich auch zur Zusammenarbeit mit seinem Vorgänger und jetzigen Aufsichtsratsvorsitzenden Ludwig Georg Braun: Die funktioniere hervorragend, so Große, zumal sich der langjährige B.Braun-Chef nicht in das Tagesgeschäft einmische.

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