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Nachfolge im Handwerk: Modellprojekt neo

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Team neo: (v.l.) Dr. Norbert Wett (Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Kassel), Ditmar Manns (Handwerkskammer Kassel), Jana Todic (Kreishandwerkerschaft), Angelika Rörig (Zeus GmbH) und neo-Leiter Wladimir Taschner (gpdm). 
Team neo: (v.l.) Dr. Norbert Wett (Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Kassel), Ditmar Manns (Handwerkskammer Kassel), Jana Todic (Kreishandwerkerschaft), Angelika Rörig (Zeus GmbH) und neo-Leiter Wladimir Taschner (gpdm).  © neo

Kreishandwerkerschaft und Zeus wollen Betriebsinhaber und Nachfolger zusammen bringen

Kassel. Über 1.300 Inhaber eines Handwerksbetriebes in Stadt und Landkreis Kassel suchen in den nächsten Jahren einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin. Hervorragende Aussichten also für all diejenigen, die vorhaben, den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen, und das zudem in einer zukunftssicheren Branche. Versuche, Betriebsinhaber und potentielle Nachfolger zusammen zu bringen, gab es bereits einige - unkoordiniert und eher dem Zufall entsprungen. Damit soll nun Schluss sein: die Kreishandwerkerschaft Kassel (KH) installierte das Modellprojekt neo und holte sich mit der Zeus GmbH einen Bildungsträger als Partner mit ins Boot. „Wir bringen die Betriebe aus der Region Nordhessen mit passenden Nachfolgern zusammen und begleiten sie auf den ersten Schritten – vom Kennenlernen, über eine Hospitation bis zur Erstellung eines gemeinsamen Übernahmeplans“, so KH-Geschäftsführer Dr. Norbert Wett.

Regelmäßige Angebote in verschiedenen Formaten - wie beispielsweise das Handwerkerfrühstück in einem inner-
städtischen Café, die neo - Spätschicht oder der Businessplan-Wettbewerb - sollen den Erfahrungsaustausch mit anderen Nachfolgern und Betriebsinhabern vorantreiben und unterstützen. Dr. Wett: „Darin versuchen wir immer auch, erfolgreiche Übernahmebeispiele vorzustellen, die Anderen einen Weg aufzeigen können.“

Keine Gründermentalität

Bis 2023 laufen vorerst die Mittel vom Bund, bis dahin wollen die Initiatoren einiges auf den Weg gebracht haben. „Da gilt es, dicke Bretter zu bohren und ganz von vorne anzufangen“, so Wladimir Taschner, der das Projekt neo leitet. „Wir haben in Deutschland - im Gegensatz zu anderen Ländern - einfach keine Gründermentalität.“ Um dies zu ändern, will neo nicht nur gestandene Handwerker sondern zudem bereits Abgänger der Berufsschulen ansprechen. Wladimir Taschner: „Da spielt durchaus der eine oder andere mit dem Gedanken, sich später mal selbstständig zu machen.“ Doch der Bürokratiewahn in Deutschland und unsichere Wirtschaftsperspektiven stoppten schnell solche Gedankenspiele. „Wir wollen die jungen Menschen bekräftigen, an ihren Visionen, später mal einen Betrieb zu leiten, festzuhalten“. Man müsse kein Bill Gates sein, um sich den Traum von der eigenen Firma zu erfüllen.

Dr. Wett ergänzt: „In kaum einem anderen Bereich ist die Zukunft so greifbar wie im Handwerk – und das wird sich auch nicht ändern: Nachhaltigkeit, Mobilität, kreatives Wohnen, gesundes Leben, vielfältige Regionen – qualifizierte Handwerker werden gebraucht in allen Bereichen, die die Zukunft Deutschlands bestimmen“.

Hintergrund
Das Projekt neo wird durch das Bundeswirtschaftsministerium im Zuge der Initiative „Unternehmensnachfolge – aus der Praxis für die Praxis“ gefördert und ist zudem Partner des Verbundvorhabens Nexxt now. Initiative für Unternehmensnachfolge.

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