Proteste nehmen zu: Bürger wehren sich gegen Erweiterung von Gewerbegebiet in Beiseförth

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Setzen sich für eine Überprüfung der bisherigen Genehmigungen und gegen die Erweiterung zu einem Sondergebiet Hygiene sowie gegen den Bau eines zweiten Autobahnzubringers ein. Die Mitglieder der „Interessengemeinschaft zum Schutz und Erhalt unserer dörflichen Struktur und Umwelt Beiseförth/Malsfeld“. Vom Feld (rechts im Bild) soll es laut Gemeinde-Plänen einen Bruch durch den Bahndamm (rechts im Bild) geben und ein zweiter Autobahnzubringer gebaut werden.

Gegen die Erweiterung des Gewerbegebiet in Beiseförth, und gegen den Bau einer Umgehungsstraße mit einem eigenen Autobahnzubringer zur Firma Dr. Schumacher GmbH im Ortsteil Beiseförth wächst der Protest.

Malsfeld. Es soll zu einem „Sondergebiet Hygiene“ ausgebaut werden. Die Folgen dieses Ausbaus wären aber alles andere als sauber: Rund 40 LKWs pro Tag würden dann nämlich zur Firma Dr. Schumacher GmbH im Ortsteil Beiseförth fahren. Hinzu kommen die An- und Abfahrten von den ca. 400 Mitarbeitern.

Gegen die Erweiterung des Gewerbegebiet in Beiseförth, und gegen den Bau einer Umgehungsstraße mit einem eigenen Autobahnzubringer zur Firma Dr. Schumacher GmbH im Ortsteil Beiseförth wächst der Protest. Nachdem sich bereits in Dagobertshausen eine Interessengemeinschaft (IG) gegen die Pläne einer Umgehungsstraße wehrt, hat sich auch in Beiseförth und Malsfeld eine Initiative gegründet: „Interessengemeinschaft zum Schutz und Erhalt unserer dörflichen Struktur und Umwelt (Beiseförth/Malsfeld)“ nennen sich die Aktivisten. Sie sprechen sich gegen einen zweiten Autobahnzubringer aus, der eine direkte Anbindung an die Firma Dr. Schumacher bieten soll.

Zudem ist ihnen der Ankauf der Bahnstrecke „Kanonenbahn“ ein Dorn im Auge. „Sicherlich hat niemand in Beiseförth oder Malsfeld etwas gegen die Erweiterung eines ansässigen Gewerbebetriebes. Sie schafft Arbeitsplätze in der Region, sie trägt positiv zum Haushalt unserer Gemeinde bei und sie ist zu Recht etwas auf das wir alle stolz sein können. Aber welchen Preis hat das für die Allgemeinheit?“, so die IG.

Polizeieinsatz am Bau

Weiter wollen sie beim Regierungspräsidium Kassel eine Überprüfung der baulichen Rechtmäßigkeit der Erweiterung der Firma Dr. Schumacher erwirken. Denn nicht nur einmal stand die Polizei vor den Firmentoren. Nach EXTRA TIP-Informationen rückte die Polizei u.a. wegen Lärmbeschwerden aus. Hinzu kommt, dass dort an Sonn- und Feiertagen Bauarbeiter ohne Genehmigung gearbeitet haben sollen. Doch damit nicht genug: Zuletzt machte die Baustelle Schlagzeilen, weil dort Bauschutt auf einer Grube im Feld entsorgt wurde. Laut Kreisverwaltung sei das Untergraben aber ordnungsgemäß genehmigt (Der EXTRA TIP berichtete.) Eigentlich gehöre die Firma gar nicht in den Ort, sondern ins Industriegebiet nach Ostheim – ein weiterer Punkt, den die IG bemängelt und damit auch Bürgermeister Vaupel kritisiert: „Wo war die Weitsicht unserer Freizeitparlamentarier in der Gemeindevertretung und der politischen Gremien als es darum ging, der Firma Dr. Schumacher eine zukunftsfähige Perspektive in unserer Gemeinde zu bieten, die allen gerecht geworden wäre? Hat man sich jemals Gedanken über die Konsequenzen dieser Betriebserweiterung gemacht? Unser Bürgermeister zerstört mit seinem Vorgehen nach und nach ein Dorf-Idyll“.

Zubringer (nur) für eine Firma?

Egal, welche Variante der neuen Verkehrsführung nun zur Anwendung komme, der Verkehr wird laut IG nur verlagert. Außerdem brauche niemand einen weiteren Autobahnzubringer, der mit Steuergeldern finanziert wird. Lediglich die Firma Dr. Schumacher würde von den Maßnahmen profitieren. Weiterhin belaste der Erwerb des Bahndamms auf Dauer den Gemeindehaushalt. Mit dem Erwerb ist die Gemeinde verpflichtet, die ehemalige Bahnstrecke zu unterhalten.

Großer Eingriff in Natur

Durch die damit verbundene Abholzung wird auch der gewachsene Schutzwall für Malsfeld und Beiseförth geschädigt. Die damit verbundenen Kosten für die Gemeinde könnten in den Ortsteilen sicherlich sinnvoller ausgegeben werden, ist sich die Interessengemeinschaft sicher. Für die „Interessengemeinschaft zum Schutz und Erhalt unserer dörflichen Struktur und Umwelt (Beiseförth/ Malsfeld)“ steht fest, dass es versäumt wurde, mit der Firma Dr. Schumacher nach Alternativen zu suchen. Die IG hat deshalb eine Unterschriftenaktion gestartet, die dann dem RP übergeben werden soll. Unterstützer der IG können per E-mail: IG.malsfeld@gmx.net mit den Mitgliedern in Kontakt treten.

Feueralarm in der Nacht zum Samstag

In der Nacht zum Samstag kam es in der Fabrik zu einem Feuerwehreinsatz. Mehr dazu lesen Sie hier.

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