Arzneimittel belasten das Wasser

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Schwalm-Eder. Auch in der Schwalm werden verstärkt Medikamentenrückstände gefunden.

Schwalm-Eder. Tabletten, Salben oder Säfte: Täglich werden mehr als zehn Tonnen Medikamente in Hessen weggeworfen. Allein 2012 haben die Schadstoffmobile und Sammelstellen in Hessen insgesamt 4.000 Tonnen Arzneimittel angenommen und entsorgt; in der Stadt Frankfurt waren es im vergangenen Jahr 4,16 Tonnen. Darauf weist die Techniker Krankenkasse (TK) hin.

Arznei auch in der Schwalm

Bei den Zahlen handelt es sich allerdings nur um einen Bruchteil der ungenutzten Medikamente in Hessen: Dazu kommt noch der Anteil an Arzneimitteln, die täglich im Hausmüll entsorgt werden. "Aus ökologischen Gründen spricht nichts dagegen, Medikamente im Restmüll zu entsorgen", sagt Alexandra Schätzle, Präventionsexpertin der TK. In Hessen wird der Restmüll verbrannt, sodass die Wirkstoffe nicht mehr in die Umwelt eindringen können. "Allerdings könnten kleine Kinder beim Spielen die bunten Pillen finden und fälschlicherweise für Bonbons halten", gibt Schätzle zu Bedenken.Auf keinen Fall sollten aber Arzneimittel – ob abgelaufen oder nicht – in den Ausguss geschüttet oder die Toiletten heruntergespült werden, da sie so in den Wasserkreislauf gelangen.

Trotzdem gaben bei einer Umfrage der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) 20 Prozent der Befragten an, Medikamente auch über das Abwasser zu entsorgen. Medikamente sind oftmals nur langsam oder gar nicht biologisch abbaubar, deshalb gelangen sie in Flüsse und Seen oder versickern sogar ins Grundwasser. In Hessen werden Oberflächengewässer regelmäßig nach Rückständen von Arzneimittelwirkstoffen untersucht. So werden beispielsweise in der Schwalm, im Main oder in der Nidda regelmäßig Reste der Schmerzmittel Diclofenac und Ibuprofen sowie des Antiepileptikums Carbamazepin und des Antibiotikums Sulfamethaxarol gefunden. Laut Bundesumweltamt lassen sich auch im Trinkwasser Arzneimittelrückstände nachweisen. Darunter Ibuprofen, Diclofenac und der Blutfettsenker Bezafibrat.

Hoher finanzieller Schaden

"Gerade vor dem Hinblick stetig wachsender Ausgaben für Medikamente entsteht durch weggeworfene und nicht genutzte Arzneimittel auch ein großer finanzieller Schaden für die Gemeinschaft. Deshalb ist es ratsam, mit dem behandelnden Arzt intensiv über die Verordnungen zu sprechen und sich ein Medikament nur dann verschreiben zu lassen, wenn man auch wirklich bereit ist, es einzunehmen", sagt Schätzle.Ist das Haltbarkeitsdatum von Medikamenten abgelaufen, sollten diese auf keinen Fall mehr eingenommen werden. Am besten gibt man diese in den Schadstoffmobilen oder anderen Abgabestellen der Städte und Gemeinden ab. Auch einige Apotheken bieten einen Entsorgungs-Service an; gesetzlich verpflichtet sind sie dazu aber nicht.

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