Der Autobahnjäger

Nordhessen. Es wimmelt von Polizei auf der Raststätte Hasselberg an der A7. Im Visier der Beamten: Überladene Brummis, übermüdete Fahrer und tec

Nordhessen. Es wimmelt von Polizei auf der Raststätte Hasselberg an der A7. Im Visier der Beamten: Überladene Brummis, übermüdete Fahrer und technische Defekte bei den tonnenschweren Fahrzeugen. Die großangelegte Kontrolle ist länderübergreifend. Spezialisten aus Hessen, Niedersachsen und Thüringen wurden zusammen gezogen. Aus der Region sind neben Kräften des Polizeipräsidiums Nordhessen sauch Beamte der Polizeiautobahnstation Baunatal und der Verkehrsinspektion Kassel im Einsatz. Unterstützt werden sie durch Mitarbeiter des Amtes für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik, die insbesondere die Einhaltung der gesetzlichen Sozialvorschriften kontrollieren sowie durch eine Urkundsprüfstelle, die noch vor Ort Fälschungen von ausländischen Papiere erkennen kann.

Mobile Kontrollteams

Im Zentrum aber stehen die mobilen Kontrollteams, im Polizeijargon "Jäger" genannt. Sie patrouillieren auf der Autobahn, suchen nach verdächtigen Fahrzeugen und lotsen sie dann auf die Rastanlage. Einer dieser Jäger ist Jan

Peter Laaser. Der Kriminalhauptkommissar aus Hildesheim ist ein alter Hase, der alle Tricks der Brummifahrer kennt. Mit seinem Audi A6 postiert er sich auf dem Standstreifen und wartet auf die Beute. Ein Lkw nach dem anderen brettert vorbei, dann gibt Laaser plötzlich Gas, sein geschultes Auge hat ein verdächtiges Fahrzeug ausgemacht. Er überholt, "bitte folgen", so die Leuchtschrift auf dem Polizeiwagen.

Warum gerade dieses? "Es ist schon eine Sache des Instinks", erklärt Laaser. Der von ihm ausgesuchte Brummi hat lange Stahlträger geladen, wie sie auf Baustellen gebraucht werden. "Ein oder zwei der Träger über dem zulässigen Gewicht können dem Spediteur viel Geld sparen, weil er dann weniger Fahrzeuge einsetzen muss", so Laaser. "Außerdem ragt die Ladung über das Fahrzeugende hinaus. Auch da gibt es viele Verstösse."Auf der Rastanlage angekommen kontrolliert

Laaser zunächst die Papiere. Eine Sache für Experten, denn der Paragrafendschungel lässt so manches Schlupfloch. Dann geht es auf die Waage um das Achsgewicht zu prüfen, danach wird die Ladungssicherung überprüft, der Fahrtenschreiber ausgelesen und die Technik des Fahrzeugs unter die Lupe genommen.

Fahrer nicht immer gelassen

Der Fahrer bleibt gelassen. "Das ist leider nicht immer so", sagt Laaser. Viele der Brummilenker seien schlicht überfordert. "Wir kennen natürlich den Druck unter dem viele stehen", betont er. "Die Fahrer können sich nur selten wehren, sind immer sltener gut geschult." Der Konkurrenzkampf auf der Straße sei gnadenlos. "Der Unternehmer maximiert seinen Gewinn, der Fahrer bekommt die Punkte in Flensburg und hat den Stress", so der Polizist.Doch bei diesem Fahrzeug ist alles in Ordnung. Eine Enttäuschung? "Nein", sagt Laaser, "wenn wir nichts finden zeigt das doch, dass unsere Kontrollen Wirkung zeigen."

Außerdem: Es bleiben noch genügend Schwarze Schafe. Die Bilanz von Achim Scholz, Chef der Kasseler Verkehrsinspektion und Gesamteinsatzleiter der Aktion, für diesen Tag ist eindeutig: Insgesamt zwölf Lkw wurden wegen technischer Mängel an Reifen, der Bremsanlage oder dem Aufbau beanstandet. Zwei vorübergehend aus dem Verkehr gezogenen. Neben solch gravierenden technischen Mängeln musste in 15 Fällen eine unzureichende Ladungssicherung oder eine falsche Ladungsverteilung bemängelt werden. Bei 16 Lkw-Fahrern wurden Verstöße gegen die Sozialvorschriften wie Lenk- und Ruhezeiten festgestellt. Auch Polizeipräsident Eckhard Sauer, der die Kontrolle mehrere Stunden begleitete, unterstreicht die Wichtigkeit solcher Aktionen: "Die Zahl der Beanstandungen zeigt doch deutlich, dass wir den Kontrolldruck für die Verkehrssicherheit auf unseren Straßen hoch halten müssen", so der

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