Bangen um Zukunft: Ergothearpeutin Sabine Stehl berichtet über Ausnahmesituation

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Die Verunsicherung sei groß, viele Patienten sagen ab- aus grundsätzlicher Angst oder weil sie oder ein Angehöriger zur so genannten Risikogruppe gehören, berichtet das Team der Ergothearapie-Praxis Stehl.

Gudensberg. Seit 13Jahren betreibt Sabine Stehl ihre Ergotherapie-Praxis, hat in dieser Zeit viele Höhen und Tiefen erlebt, aber nie eine solche Ausnahmesituation wie in der derzeitigen Corona-Krise. „Die Verunsicherung ist groß, viele Patienten sagen ab- aus grundsätzlicher Angst oder weil sie oder ein Angehöriger zur so genannten Risikogruppe gehören“, erklärt Stehl.

Sie bemängelt: „Leider werden wir Heilmittelerbringer von Politik und Medien oft vergessen. Offiziell sind wir „systemrelevant“, sollen (und wollen) Patienten vor Verschlechterungen ihrer Symptome bewahren und die Verbesserung der Gesundheit fördern, erhalten aber keine wirkliche Unterstützung.“ Für die Thearpeutin und viele Kollegen bedeutet das massive Existenzangst. „Wenn wir ambulanten Praxen aus finanziellen Gründen schließen müssen, wird das auf Dauer massive Versorgungsprobleme mit sich bringen, was letzten Endes allen Patienten und von Krankheit bedrohten Menschen (Arbeitsunfälle, Multiple Sklerose, Schlaganfall, Hand Operationen, Motorikstörungen etc.) schaden wird und Heilungsprozesse verzögert und gegebenfalls sogar unmöglich macht.“

Bietet weiter ihre Dienste an, aber die Verunsicherung bei den Patienten ist groß: Ergotherapeutin Sabine Stehl fordert einen Rettungsschirm.

Hinzu komme: In der Branche leide man seit Jahren ohnehin schon unter den sehr geringen Vergütungssätzen. Wirkliche Rücklagen seien so kaum zu bilden. „Aus meiner Sicht benötigen wir Heilmittelerbringer dringend einen Rettungsschirm.“ „Mein komplettes Team und ich sind in Gudensberg natürlich weiterhin für unsere Patienten da, um sie mit gewohnter Kompetenz, Herzlichkeit und Zuverlässigkeit auf ihrem Genesungsprozess zu begleiten.“ Ein strikter Hygieneplan und seine Einhaltung werde garantiert.

„Wir können nur hoffen, dass unsere Patienten uns auch in dieser Situation unterstützen, denn auch wir leben von jedem Patienten der zu uns kommt.“ Persönlich sehe ich die Situation auch als große Chance alte Strukturen zu überdenken, Kreative neue Ansätze zu entwickeln und nicht kopflos zu werden. Dennoch schwingt die Sorge um die Zukunft mit und ich kann nur allen Gesundheit und Zuversicht wünschen.

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