,Basis ist die Abwehr’

Der neue MT-Trainer Michael Roth im InterviewMelsungen. Der erste Arbeitstag vonMichael Roth als neuer Chefcoach von Handball-BundesligistMT Melsungen

Der neue MT-Trainer Michael Roth im Interview

Melsungen. Der erste Arbeitstag vonMichael Roth als neuer Chefcoach von Handball-BundesligistMT Melsungen begann amMontagmit einer Pressekonferenz. Dabei sprach der 48-Jhrige ber seine Beweggrnde zur MT zuwechseln und darber, welcheMglichkeiten er bei demVerein und mit dessen Mannschaft sieht. Michael Roth, welches sind Ihre Vorstellungen und Ziele zum Dienstantritt bei der MT Melsungen?Michael Roth: Zunchst bin ich sehr froh, heute hier als Trainer stehen zu drfen. Beide Seiten haben schon in der Vergangenheit fter darber nachgedacht, einen gemeinsamenWeg zu gehen.Wichtig ist jetzt, dass es geklappt hat. Ich spre hier, dass mir ein groes Vertrauen entgegen gebracht wird. Das mchte ich gern zurck geben. Es war von mir aus kein Hurrawechsel von Wetzlar nachMelsungen. Denn ich komme schlielich zu einemVerein, der auf dem letzten Tabellenplatz steht. Aber ich sehe es frmich als einen sehr konsequenten Schritt an, der auch eingeleitet wurde von mir. Hier bei der MT wird professionell gearbeitet, hier gibt es Rahmenbedingungen, wie sie sich jeder Trainer wnscht. Diese Rahmenbedingungengilt es nun in sportlichen Erfolg umzuwandeln. Deshalb hatmich die MT geholt und ich mchte diese Erwartungen mglichst auch erfllen. Ich werdemit derMannschaft hier sehr hart arbeitenmssen, umsie aus derMisere heraus zu holen. Dabei geht es in den Spielen vor allem ber Kampf und bedingungslosenEinsatz. Fakt ist: Es herrscht Abstiegskampf pur. Die MT hat noch keine Erfahrung damit,muss sich aber jetzt darauf einstellen. Absolut positiv ist, dass die Mannschaft amSonntag gegen den HSV einerstes Zeichen gesetzt hat, auch wenn dabei noch keine Punkte herausgesprungen sind.WelcheMglichkeiten sehen Sie, die MT aus dem Tabellenkeller heraus zu holen?Michael Roth: Die Basis jeden erfolgreichen Handballspiels ist die Abwehrarbeit. Das habe ich selbst auch als aktiver Spieler stets beherzigt. Wir mssen jetzt als erstes eine Formation finden, die verteidigen kann. Fr das Spiel nach vorne sehe ich in derMannschaft gengend Potenzial. Die entscheidende Frage ist letztlich, welche Zahnrdchen greifen wie gut ineinander. Das ist gewiss ein kleines Kunststck, diese Formation in mglichst kurzer Zeit zu finden. Ich erwarte von jedem Spieler, dass er seinen Egoismus vergisst und sich in den Dienst der Mannschaft stellt.Wir knnen jetzt keine Experimente wagen. Sondern es geht darum, die richtigen Leute zu finden, die die rmel hochkrempeln und mitziehen.Wer das macht, ist dabei, wer das nicht macht, ist eben nicht dabei. Ich werde deshalb in den anstehenden Einzelgesprchen jedem Spieler sagen, dass er jetzt unter neuem Trainer auch eine neue Chance hat, sich zu empfehlen.Nach der lnderspielbedingten Ligapause geht es fr die MT gleichmit Spielen gegen anspruchsvolle Gegnerweiter. Zunchst auswrts bei den Rhein-Neckar Lwen, dann zuhause gegen Gppingen und Gummersbach. Darfman da als Tabellenletzter berhaupt mit Punkten rechnen?Michael Roth: Punkte sind in jedem Spiel zu vergeben.Warum sollten wir also die z.B. gegen die Rhein- Neckar Lwen nicht holen wollen, bzw. knnen? Jedes Spielmuss erst gespielt werden.Wir haben jetzt ein paar Tage Zeit, uns darauf vorzubereiten. Ich werde das Trainingspensum hoch halten, weil sich Erfolg eben nun einmal nur nach harter Arbeit einstellen kann. Das wird sich in der Zwischenzeit auch bis zu den momentan zu Lnderspielen weilenden Nationalspielern der MT herumgesprochen haben. Die werdensich dann sicher freuen, wieder nach Hause zu kommen (schmunzelt). Fakt ist, wirmssen Punkte holen. Je eher, desto besser. Zum Glck ist es noch recht frh in der Saison und dieMannschaften in der zweiten Tabellenhlfte liegen noch relativ dicht beisammen. Htte die MT z.B. die beiden Heimspiele gegen Hannover und Rheinland gewonnen, stnde sie jetzt mit vier Punkten auf Rang 13 statt auf 18. Das Ziel muss sein, egal gegen wen, mglichst erfolgreich zu spielen. Es wre doch schn, wenn wir zurWM-Pause im Januar sagen knnten, dass wir uns gemeinsamaus dem Tabellenkeller heraus gearbeitet haben. Die MT Melsungen hat einen international besetzten Kader. Welche Vorstellung haben Sie selbst von der Zusammensetzung der Mannschaft in der Zukunft?Michael Roth: Ich bin ein deutscher Trainer und vertrete deshalb auch - wie in den vorhergehenden Ausfhrungen teilweise angeklungen - die deutsche Trainerphilosophie. Das heit nicht, dass ich nicht gerne auchmit auslndischen Spielern arbeite. Schlielich bin ich durch meine aus Peru stammendeMutter halber Sdamerikaner (lacht). Ich habe also garantiert nichts gegen Auslnder. Ganz im Gegenteil. Aber das ist hier auch nicht die Frage. Es gehtmomentan nur darum, sportlichen Erfolg herbeizufhren. Dazu mssen alle Spieler, die jetzt zum Kader gehren, an einem Strang ziehen und Vollgas geben. Ich werde mir jetzt sehr schnell einen berblick ber den Leistungsstand der einzelnen Akteure verschaffen, gerade auch von denen, die bislang noch nicht oft oder gar nicht zumEinsatz gekommen sind. Und dann werden wir eine Formation finden, die Erfolg verspricht. Wie die Besetzung der Mannschaft dann in Zukunft, sprich ab der nchsten Saison aussehen kann, ist derzeit gar kein Thema.Werden Sie als MT-Trainer auch in Melsungenwohnen?Michael Roth: Jetzt steht erst einmal der sportliche Part imVordergrund und die Arbeitmit der Mannschaft. Fr einen Umzug, der ja auch immer Energie kostet und einen hohen Aufwand bedeutet, ist jetzt einfach nicht gengend Zeit. Natrlich ist es konsequent, als Trainer an demOrt zu wohnen, an dem man arbeitet. Fr mich ist die Nhe zum Verein und zu dessen Umfeld schon von groer Bedeutung. Deshalb werde ich Anfang des Jahres, in der Ligapause, meinen Lebensmittelpunkt nach Melsungen verlegen.

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