Besuch hinter Gittern

Justizminister Hahn lobt beim Antrittsbesuch dasbergangsmanagement in der JVA-Schwalmstadt Von ANDREAS BERNHARDTreysa. Das

Justizminister Hahn lobt beim Antrittsbesuch dasbergangsmanagement in der JVA-Schwalmstadt

Von ANDREAS BERNHARD

Treysa. Das Loch nennen Strafgefangene gerne mal ihr Gefngnis. Doch wer sich im Strafvollzug auskennt, der wei: Das eigentliche Loch wartet auf sie erst wenn sie rauskommen. Dann nmlich, wenn sich fr sie die Tore zur Freiheit ffnen, stehen viele der ehemaligen Insassen buchstblich auf der Strae. Fr die Haftentlassenen entstehen ganz neue Probleme.Strflinge fallen ins EntlassungslochAus einer stark vorgegebenen Struktur heraus, mssen sie ihr Leben wieder selbst bestimmen. Die hufige Folge: Eine unklare Wohnsituation, Armut, keine tragfhigen sozialen Kontakte, schlechte Gesundheit, Schulden und besonders nach langjhrigen Haftzeiten Desorientierung. Kurz gesagt, sie fallen in das so genannte Entlassungsloch.

Deshalb war das seit 2007 in der JVA-Schwalmstadt praktizierte bergangsmanagement eines der wichtigen Themen beim Antrittsbesuch des hessischen Justizministers Jrg-Uwe Hahn in der JVA-Schwalmstadt. Der Minister betonte: Es ist richtig, dass das bergangsmanagement bereits sechs Monate vor dem Entlassungstermin beginnt, um einen guten Start in die Freiheit zu erreichen.

Denn, so Hahn weiter: Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigten, dass Gefangene, die in den ersten Wochen und Monaten nach der Entlassung eine Ausbildung oder Arbeit sowie eine feste Wohnung und ein soziales Umfeld htten, weniger rckfallgefhrdet sind. Zustndig fr das bergangsmanagement sind in Treysa zwei Mitarbeiter des Gefangenenhilfsvereins. Sie versuchen schon vorab alle die Fragen zu klren, die fr die Gefangenen auf dem Weg in die normale Welt wichtig sind. Unter anderem soll im Rahmen eines Netzwerks auch mglichst schnell ein Arbeitsplatz fr sie gefunden werden.

Dies alles geschieht jedoch auf freiwilliger Basis. Wer nicht mitmachen will, der kann auch nicht gezwungen werden, so Jrg Bachmann, der Leiter der JVA-Schwalmstadt, der jedoch auch betonte: Die ersten Erfahrungen sind positiv. Dennoch bleibe die Resozialisierung eine Mammutaufgabe. Allerdings eine, die sich lohnt, wie der Gefngnisdirektor vorrechnet. Denn wenn diese nicht gelingt, wird es teuer: Ein Tag eines Gefangegenen in der JVA-Schwalmstadt kostet 113 Euro, so Bachmann. Bei einer fnfjhrigen Haftstrafe kommen also 206.225 Euro fr den Steuerzahler zusammen.

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