Bildung im Sparkorsett - Redaktionsgespräch: Hessische Kultusministerin erklärt wer 2012 weniger Geld bekommen wird

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Von RAINER HAHNE & ANDREAS BERNHARD Nordhessen. Die Bildungspolitik ist und bleibt eines der umstrittensten Themen der deutschen Politik. Auf

Von RAINER HAHNE & ANDREAS BERNHARD

Nordhessen. Die Bildungspolitik ist und bleibt eines der umstrittensten Themen der deutschen Politik. Auf Bundes- wie auf Landesebene. Kein Wunder also, dass die Hessische Kultusministerin Dorothea Henzler beim Redaktionsgespräch mit dem EXTRA-TIP den Schuljahresbeginn ohne große Proteste bereits als Erfolg ihrer Politik wertet. Man ist bescheiden geworden: "Ein ruhiger Start ist ein guter Start", so die FDP-Ministerin.

Doch angesichts des Sparzwangs unter dem ihr Ministerium steht könnte die von ihr gepriesene Ruhe äußerst trügerisch sein. So muss Henzler nach eigenen Angaben im nächsten Jahr 68,3 Millionen Euro aus ihrem Vier-Milliarden-Etat einsparen, der zu 98 Prozent aus Personalkosten besteht.

Die Folge: 2012 wird die Zahl der Referendare um rund 1.000 sinken, so sieht es eine Kabinettsvorlage vor, die derzeit vom Parlament beraten  wird. Einsparungen, die die Ministerin mit dem demografischen Wandel begründet, der sinkende Schülerzahlen  erwarten lasse.

Aufgaben zentralisieren

Berichte über eine gleichzeitige Reduzierung der Studienseminare  für die Lehrerausbildung bestätigte die Ministerin nicht.

Weniger Geld soll auch in die Bildungsverwaltung fließen. Endgültig vom Tisch sind dabei aber die umstrittenen Pläne zur Schließung einzelner Schulämter. "Alle Standorte bleiben erhalten", versichert Henzler, "einzelne  Aufgaben werden wir aber zentralisieren." Freiwerdende Stellen würden nicht mehr besetzt.

Nicht sparen will die Ministerin an den Schulen selbst. Ganz besonders liege es ihr am Herzen, so die Ministerin, das Grundschulangebot gerade in ländlichen Regionen zu sichern. Der Slogan "kurze Beine, kurze Wege" gelte weiterhin.

Daher habe sie neue Anforderungen an eine Grundschulstruktur formuliert, die es ermöglichten, auch bei rückläufigen Schülerzahlen ein dichtes Netz an Standorten zu erhalten. So könnten etwa mehrere Schulen sich zu einer Verbundschule zusammenschließen.

In Regionen denken

Sie stünden dann unter nur einer Schulleitung und hätten einen Verwaltungssitz, während die Standorte für den Unterricht erhalten blieben. Die Lehrerzuweisung erfolge standortbezogen, so dass hier keine Nachteile entstünden.

Anders bei den weiterführenden Schulen: Grundsätzlich dürfe sich die zukünftige Schulentwicklung  gerade im ländlichen Raum "nicht nur auf das eigene Terrain beziehen", mahnte die Ministerin abschließend, sondern müsse in Regionen, "möglicherweise auch über die hessischen Landesgrenzen hinweg", gedacht werden.

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