Blaue Blitzer gegen Flitzer

Wildwarnreflektoren sollen Unflle vermeidenVon CHRISTIAN UTPATELHomberg / Remsfeld. Sie gehrt zu den Abschnitten mit der hchsten Anz

Wildwarnreflektoren sollen Unflle vermeiden

Von CHRISTIAN UTPATEL

Homberg / Remsfeld.Sie gehrt zu den Abschnitten mit der hchsten Anzahl von Wildunfllen im Schwalm-Eder-Kreis: Die B 323 zwischen der Kreisstadt und Remsfeld. Nun blitzt es blau am Straenrand. 102 kleine Reflektoren, an den Leitpfosten montiert, sollen das Wild abschrecken. Die Farbe Blau wird vom Wild besonders intensiv wahrgenommen, erlutert der Geschftsfhrer der Naturlandstiftung Hessen, Dr. Klaus Lambrecht, am Freitag bei der Vorstellung der Wildwarnreflektoren. Auch komme blaues Licht in der Natur nicht vor. Grund genug also zur Hoffnung, dass sich das Wild wenigstens einen Moment lang erschreckt und so die Kollision mit einem Auto verhindert wird.

30 bis 40 Wildunflle

Seit fast 25 Jahren fhrt Jagdpchter Walter-Uwe Zlch aus Holzhausen Statistik ber Wildunflle zwischen Holzhausen und Relbehausen. 750 tote Tiere hat er seitdem gezhlt, jedes Jahr kommen alleine auf diesem Streckenabschnitt 30 bis 40 Rehe und Wildschweine ums Leben. Wir werden die Tiere auch durch keine Einrichtung der Welt daran hindern knnen, die Strae zu berqueren, gibt sich Zlch keinen Illusionen hin. Das Vieh werde immer zum Wasser streben und nutzt dabei die Deckung durch Hecken und Hgel. Wenn das Tier aus dem Graben rauskommt und vom Autofahrer gesehen wird ist es schon zu spt, so Zlch. Auch durch die Zunahme des nchtlichen LKW-Verkehrs, der auf dem Weg zu den Logistikhallen in Homberg ist, werde immer mehr Wild angefahren. Hchste Zeit also, dass etwas geschieht. Schon vor zwei Jahren wollte die Naturlandstiftung darum eine hochmoderne Anlage testen.

Intelligente Warnsysteme

Mit Hilfe von Sensoren wre das sich annhernde Wild erfasst worden und htte Blinker und elektrische Warnschilder an der Strae ausgelst. Derzeit werden solche intelligenten Warnsysteme mit groem Erfolg in Sachsen-Anhalt und der Schweiz getestet. Im Schwalm-Eder-Kreis war dafr kein Geld da, und so erhofft man sich jetzt von den blauen Reflektoren mehr Schutz. Der Erste Kreisbeigeordnete Winfried Becker dankte denn auch der Straenmeisterei Borken, dass sie das Projekt untersttzt und die neuen Reflektoren montiert hat. Kleiner Nebeneffekt: Das blaue Flackern soll auch die Autofahrer animieren, fter und genauer an den Fahrbahnrand zu sehen. Abzuwarten ist, ob sich die Tiere mglicherweise an die Reflexionen gewhnen und der Schutzeffekt dann nachlsst. Zwei Jahre werden wir schon mindestens abwarten mssen, bevor wir Ergebnisse sehen, dmpfte Jagdpchter Zlch denn auch gleich zu hohe Erwartungen. Trotzdem: Jeder verhinderte Unfall ist ein Erfolg und was in die Bume gehngte CDs nicht schaffen, gelingt nun hoffentlich den blauen Reflektoren.

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